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SUP Boards » Fit Ocean


Fit Ocean gibt es nicht mehr. Die Marke ist vom Markt verschwunden. Der Shop unter fitocean.com ist nicht mehr erreichbar (der Server bricht die verschlüsselte Verbindung ab), fit-ocean.com hat keinen DNS-Eintrag mehr und fitocean.de nimmt keine Verbindung an. Damit gibt es keinen Hersteller mehr, der Garantie leistet, Ersatzteile liefert oder Reklamationen annimmt. Diese Seite bleibt online, weil viele Fit Ocean Boards noch gefahren und gebraucht weiterverkauft werden. Sie sagt dir, was du über deine Boardklasse wissen musst und welche Marken die Modelle heute ersetzen.

Was aus Fit Ocean geworden ist

  • Fit Ocean war ein SUP Hersteller mit Sitz in der Schweiz, gegründet von einem internationalen Team aus Surfern, die vorher in Surfshops quer durch Europa gearbeitet hatten.
  • 2015 kam die erste, überschaubare Board-Range auf den Markt. Der Anspruch war hohe Verarbeitungsqualität zu einem mittleren Preis, verkauft über den eigenen Onlineshop und angegliederte Surfshops.
  • Genau dieser Direktvertrieb ist jetzt das Problem: Fit Ocean hatte kaum Handelspartner, die den Service auffangen könnten. Mit dem Shop ist auch die Anlaufstelle für Ersatzteile weg.
  • Eine Nachfolgemarke, die die Boards weiterführt, gibt es nicht. Wer heute ein neues Fit Ocean angeboten bekommt, kauft Restbestand aus einem Lager, keine laufende Produktion.

Was Besitzer eines Fit Ocean Boards jetzt wissen müssen

  1. Die Herstellergarantie ist praktisch wertlos. Fit Ocean warb mit drei Jahren auf die Dichtigkeit. Eine Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers, und sie kann nur durchgesetzt werden, solange es das Unternehmen gibt. Ist es weg, bleibt nichts davon übrig.
  2. Die gesetzliche Gewährleistung schuldet dir dein Verkäufer, nicht Fit Ocean. Nach § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB gilt sie zwei Jahre ab Übergabe, und Ansprechpartner ist der Händler, bei dem du gekauft hast. Wenn du dein Board bei einem noch bestehenden Shop oder über einen Marktplatz gekauft hast und es innerhalb dieser zwei Jahre kaputtgeht, wendest du dich also dorthin. Innerhalb der ersten zwölf Monate muss der Verkäufer nachweisen, dass der Mangel bei der Übergabe noch nicht vorlag (§ 477 BGB).
  3. Finnen sind das größte praktische Risiko. Fit Ocean setzte auf Steckfinnen und bei einigen Modellen auf eine eigene Finne in Delfin-Form. Ersatz vom Hersteller gibt es nicht mehr. Miss deine Finnenbox aus, bevor du bestellst: Die verbreitete US-Box nimmt jede Standardfinne aus dem Zubehörhandel auf, ein herstellereigenes Stecksystem dagegen nicht.
  4. Ventil und Reparaturen sind unkritisch. Die Boards nutzen ein handelsübliches Ventil aus dem iSUP-Standard und Drop-Stitch mit PVC-Außenhaut. Ventilschlüssel, Ventileinsätze und PVC-Flicken bekommst du im freien Zubehörhandel, dafür brauchst du die Marke nicht. Ein undichtes Board ist reparabel, solange die Naht nicht auf ganzer Länge aufgeht.
  5. Beim Gebrauchtkauf zählt nur der Zustand. Verlange Fotos der aufgepumpten Nähte im Gegenlicht, frag nach dem Baujahr und lass dir den Druck zeigen, den das Board nach 24 Stunden noch hält. Ein Preisabschlag gegenüber einer lebenden Marke ist angemessen, denn du kaufst ohne jede Rückfallebene. Beim Kauf von privat gibt es zudem in aller Regel gar keine Gewährleistung.

Die Fit Ocean Modelle im Rückblick

Damit du ein Angebot einordnen kannst, hier die acht Modelle mit ihren Maßen und dem, wofür sie gebaut waren.

Modell Maße Typ Wofür es gedacht war
Magic Glide 320 x 81 x 15 cm Allround Der klassische Allrounder der Marke, 2+1 Finnen, etwas spitzere Nose als üblich und dadurch besseres Gleiten. Das war das Einsteigerboard.
Malibu 300 x 75 x 15 cm Allround Kleiner Allrounder mit runder Shape und Einzelfinne in Delfin-Form, gedacht für leichte und kleinere Paddler.
Malibu Go 9’0 275 x 76 x 15 cm Allround kompakt Das kleinste Board der Range, sehr breit im Verhältnis zur Länge und deshalb kippstabil, aber mit wenig Traglast.
Wind Glide 10’8 325 x 81 x 12,5 cm Allround mit Mastfuß Shape des Magic Glide plus Mastfuß-Einsatz für ein Windsurf-Segel und D-Ringe für einen Kajaksitz.
Family 12’2 375 x 88 x 15 cm Tandem Mehrpersonen-Board, laut Hersteller bis 460 kg beziehungsweise sechs Personen, 2+1 Finnen.
Sports 11’3 343 x 76 x 15 cm Touring kurz Kurzes Touring-Board mit einzelner Touring-Finne, Kompromiss aus Stabilität und Gleiten.
Force Touring 12’6 und 13’2 zwei Längen, sonst baugleich Touring Gleitfreudige Tourer mit Carbon-Hülle über der Boardspitze und Abrisskante am Heck.
Force Race 14′ 426 x 66 x 12 cm Race Schmales Racing-Board der 14′-Klasse mit abnehmbarem Carbon-Stringer gegen die geringe Dicke.
Achte bei Restposten-Angeboten auf das Alter. Ein iSUP, das jahrelang aufgerollt und warm gelagert wurde, verliert an den Klebenähten, auch wenn es nie im Wasser war. Neu verpackt heißt bei einer toten Marke nicht neu produziert.

Diese Marken kannst du stattdessen kaufen

Für jedes Fit Ocean Modell gibt es heute einen Gegenpart bei einer Marke, die es noch gibt und die Garantie leistet.

  1. Gladiator: die naheliegendste Ablösung für Magic Glide und Malibu. Ähnliche Preisklasse, ähnlicher Anspruch an die Verarbeitung, breite Allround-Range.
  2. Bluefin: der Ersatz für die Touring-Modelle und für das Family, dazu fünf Jahre Garantie, das längste Versprechen im Feld.
  3. MOAI: für alle, die ein reines Touring- oder Race-Board suchen, mit einer eigenen Range in genau diesen Klassen.
  4. CALA: der Gegenpart zum Malibu Go, kompakte Boards für leichte Paddler und wenig Stauraum.
  5. Glory Boards: österreichische Marke im oberen Preisbereich, wenn dich an Fit Ocean vor allem die Verarbeitung interessiert hat.

Eine vollständige Übersicht mit Garantiezeiten steht in unserem Vergleich der SUP Marken, die aktuellen Testsieger findest du im SUP Board Test.

FAQ

Im folgenden Abschnitt beantworten wir die Fragen, die uns zu Fit Ocean am häufigsten erreichen. Wenn du eine eigene Frage hast, schreib sie gerne in die Kommentare.

Neu vom Hersteller nicht mehr. Der Shop ist offline, eine laufende Produktion gibt es nicht. Was dir noch begegnet, sind Restbestände bei Händlern und Gebrauchtangebote. Beides kannst du kaufen, wenn der Preis stimmt, aber du kaufst ohne Herstellergarantie und ohne Ersatzteilversorgung. Für ein neues Board zum vollen Preis ist das kein guter Tausch.
Nein. Eine Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers und lässt sich nur durchsetzen, solange es den Hersteller gibt. Fit Ocean ist nicht mehr erreichbar, damit läuft jeder Garantieanspruch ins Leere. Was bleibt, ist die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gegenüber dem Verkäufer, bei dem du gekauft hast, nicht gegenüber der Marke.
Nicht mehr beim Hersteller. Die gute Nachricht: Das meiste ist Standardware. Ventileinsätze, Ventilschlüssel, Pumpenschläuche, Leashes, Paddel und PVC-Reparaturflicken passen markenübergreifend und sind im Zubehörhandel erhältlich. Kritisch ist nur die Finne. Miss die Finnenbox aus, bevor du bestellst. Sitzt eine US-Box im Board, findest du problemlos Ersatz, bei einem herstellereigenen Stecksystem wird es schwierig und du brauchst eventuell einen Adapter.
Wenn der Preis den fehlenden Service einpreist, ja. Die Boards waren solide gebaut, und ein intaktes Drop-Stitch-Board hält viele Jahre. Prüfe die Nähte am aufgepumpten Board im Gegenlicht, lass dir zeigen, wie viel Druck es nach 24 Stunden noch hat, und frag nach Baujahr und Lagerung. Von privat kaufst du in aller Regel ohne Gewährleistung, kalkuliere also so, als könnte eine Reparatur auf dich zukommen.
Für Magic Glide und Malibu ist Gladiator die nächstliegende Ablösung, für Malibu Go ein kompaktes CALA. Die Touring-Modelle Sports und Force Touring ersetzt du am ehesten durch Bluefin oder MOAI, das Family durch ein aktuelles Tandem-Board von Bluefin. Beim Force Race 14′ bist du im Rennbereich, dort lohnt der Blick auf spezialisierte Race-Marken statt auf einen Allround-Anbieter.
 

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