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Blog Trockenanzug mit oder ohne Füßlinge: Was ist besser?

Viele am Stand Up Paddling (SUP) Interessierte denken, dies sei eine sportliche Betätigung, die sich ausschließlich im Sommer, also in der warmen Jahreszeit, abspielt.

Doch wie viele andere Wassersportarten auch kann man selbstverständlich auch im Herbst, im frühen Frühjahr und auch im Winter aufs Board.

Man muss nur richtig angezogen sein, nämlich warm und trocken. Dies lässt sich mit einem sogenannten Trockenanzug am besten gewährleisten.

Womit sich die Frage stellt, worauf beim Kauf zu achten ist, und vor allem: mit oder ohne Füßlinge?

Die kurze Antwort: Füßlinge sind fast immer die bessere Wahl. Sie halten die Füße trocken, sie erlauben dir, warme Socken darunter zu tragen, und die Stelle, an der ohne sie zuverlässig Wasser eindringt, gibt es dann gar nicht. Ohne Füßlinge fährst du nur dann besser, wenn du den Anzug überwiegend in der wärmeren Übergangszeit trägst und ohnehin lieber barfuß stehst.

Wissen, was wichtig ist

Die Winterausrüstung für das SUP ist sehr wichtig, da man auch an milderen Tagen auf dem Wasser schnell auskühlen kann.

Wird man dazu noch nass, kühlt der Körper deutlich schneller aus, weil Wasser Wärme rund 25-mal besser ableitet als Luft. Deshalb sollte der Preis bei der Anschaffung eines Trockenanzugs nicht das erste Kriterium sein, auch wenn er das Budget natürlich nicht sprengen soll.

Aber andere Kriterien sind bei der Auswahl ganz einfach wichtiger:

  • Material
  • Passgenauigkeit
  • An- und Ausziehen
  • Wasserdichtheit
  • Design und Farbe

Schauen wir uns diese Punkte einmal genauer an.

Das Material

Hier werden zwei Dinge oft durcheinandergebracht: das Außengewebe und die Membran. Das Außengewebe ist praktisch immer Nylon oder Polyester, es sorgt für Reißfestigkeit und Scheuerschutz. Wasserdicht und atmungsaktiv macht den Anzug die Membran, die darauf laminiert ist.

Gore-Tex ist die bekannteste dieser Membranen und im Paddelbereich sehr gut, aber auch die teuerste. Die Eigenentwicklungen der Paddelmarken reichen für den normalen SUP-Einsatz vollkommen aus, sie sind nur etwas weniger atmungsaktiv.

Der zweite Punkt beim Material ist der Aufbau: zweilagige Anzüge sind robust und günstig, dreilagige leichter, beweglicher und atmungsaktiver. Viele Anzüge kombinieren beides und verstärken Gesäß und Knie. Wie lange das Ganze hält, steht in unserem Beitrag zur Lebensdauer von Trockenanzügen.

Die Passgenauigkeit

Die Trockenanzüge dürfen nicht zu eng sitzen. Denn es ist notwendig, dass man wärmende Unterkleidung trägt.

Die Trockenanzüge selber wärmen nämlich nicht. Sie halten nur trocken!

Deshalb muss ausreichend Platz für einen Trockenanzug-Unterzieher vorhanden sein, ohne dass die Beweglichkeit beeinträchtigt wird.

Orientiere dich an der Größentabelle des Herstellers, nicht an deiner Konfektionsgröße bei Straßenkleidung. Entscheidend sind zwei Maße, die viele übersehen: die Körpergröße und die Schrittlänge. Sitzt der Schritt zu tief, kommst du beim Aufstehen nicht hoch, sitzt er zu hoch, zieht der Anzug an den Schultern.

Der Praxistest in der Anprobe: mit angezogenem Unterzieher in die Hocke gehen, beide Arme über den Kopf strecken und dich einmal hinknien. Geht das alles ohne Ziehen, passt der Anzug.

Ein Modell mit Füßlingen bewertest du anders als eines ohne. Ohne Füßlinge rutscht das Hosenbein beim Beugen der Knie nach oben, mit Füßlingen ziehen zu kurze Beine dagegen den ganzen Anzug nach unten. Deshalb brauchst du bei Füßlingen etwas mehr Beinlänge, und manchmal auch mehrere Anproben.

Die Füßlinge selbst sind bei fast allen Modellen sogenannte Sockenfüßlinge aus dem Anzugmaterial oder aus Latex, ohne Sohle. Sie sind nicht dafür gemacht, dass du darin über Kies läufst, sie gehören in einen Schuh.

In Bezug auf die mögliche Konfektionsgröße haben es die kleinen Personen wie üblich auch hier einfacher. Denn nicht alle Hersteller produzieren auch die großen Größen.

Das An- und Ausziehen

Gerade in den kalten Monaten des Jahres möchte man sich nicht allzu lange mit dem Umziehen aufhalten müssen.

Damit dies einfach und schnell vonstattengehen kann, ist ein großer Reißverschluss, entweder an der Vorder- oder Rückseite, sehr wichtig.

Bei den wasserdichten Reißverschlüssen gibt es zwei Bauarten. Die klassischen Metallverschlüsse (oft als TIZIP oder in Tauchanzügen als Messingversion bekannt) sind extrem dicht und sehr haltbar, dafür steif und teuer. Die neueren Kunststoffverschlüsse sind flexibler, leichter und angenehmer zu tragen, wollen aber regelmäßig gewachst werden.

Beide brauchen Pflege: Sand in den Zähnen und trockenes Laufen sind die häufigsten Gründe, warum ein Reißverschluss undicht wird, und er ist mit Abstand das teuerste Ersatzteil am ganzen Anzug.

Mit einem großen Reißverschluss lässt sich der Anzug allein anziehen, auch mit Füßlingen.

Tipps und Tricks inkl. Anleitung zum einfachen Anziehen eines Trockenanzugs gibt es hier.

Die Wasserdichtheit

Sie ist der wichtigste Punkt. Schließlich soll dieser Anzug gewährleisten, dass der SUP-Sportler nicht nass wird. Dabei ist es egal, wie lange er sich auf dem Wasser befindet.

Gleichzeitig soll man im Anzug nicht so schwitzen, dass man am Ende der Tour von innen nass ist.

Für die Dichtigkeit ist nicht nur das Material verantwortlich, sondern vor allem die Abschlüsse an Hals, Handgelenken und, bei Anzügen ohne Füßlinge, an den Fußgelenken.

Hier gibt es zwei Bauarten, und die Wahl ist ein echter Zielkonflikt:

  • Latexmanschetten dichten am zuverlässigsten ab. Sie sind die Wahl, wenn du wirklich trocken bleiben willst. Dafür sind sie empfindlich, altern in etwa zwei bis vier Jahren und müssen dann getauscht werden.
  • Neoprenmanschetten sind bequemer, robuster und deutlich langlebiger. Sie dichten aber nicht vollständig ab, ein Neoprenhals lässt bei einem Sturz meist etwas Wasser durch.

Wer den Anzug für Wintertouren auf kaltem Wasser braucht, nimmt Latex am Hals. Wer ihn vor allem in der Übergangszeit trägt und Wert auf einfaches Anziehen legt, ist mit Neopren gut bedient.

Der Reißverschluss bleibt in jedem Fall die empfindlichste Stelle des Anzugs, aber ohne ihn kommst du nicht hinein.

Design und Farbe

Ein Trockenanzug ist für gewöhnlich ein Einteiler. Dieser ist mit oder ohne Füßlinge erhältlich. Beim Design sollte darauf geachtet werden, ob er genügend Bewegungsfreiraum bietet und man dennoch eine akzeptable Figur darin abgibt.

Bei den Farben ist die Empfehlung eindeutig, und sie hat nichts mit Geschmack zu tun: helle, kräftige Signalfarben und reflektierende Elemente an Schultern und Armen. Aus der Suche und Rettung ist bekannt, dass Fluoreszenzorange und Gelbgrün auf dem Wasser am weitesten sichtbar sind, während Blau, Schwarz und Grau vor Wasser und Ufer praktisch verschwinden.

Das gilt nicht nur im Notfall, sondern auch für Motorboote, die dich im Gegenlicht sehen müssen.

Was spricht für Füßlinge am Trockenanzug?

Der erste Vorteil liegt auf der Hand: Die Füße bleiben genauso trocken wie der Rest des Körpers.

Und warm sind sie auch, denn du kannst unter dem Füßling normale Merinosocken tragen, so viele, wie es die Schuhe zulassen. Ein Neoprenschuh über einem nassen Fuß wärmt nie so gut wie eine trockene Wollsocke.

Dazu kommt der Punkt, der bei kaltem Wasser wirklich zählt: Bei einem Sturz gibt es an den Knöcheln keine Stelle mehr, an der Wasser eindringen kann. Bei Modellen ohne Füßlinge sind Fußmanschette und Schuhrand genau diese Stelle.

Die Nachteile sind real, aber überschaubar:

  • Zum Trocknen musst du den Anzug von innen nach außen wenden, sonst bleibt Feuchtigkeit in den Füßlingen stehen.
  • Die Füßlinge scheuern innen an der Falte, das ist die Stelle, an der so ein Anzug typischerweise zuerst undicht wird.
  • Der Anzug muss in der Beinlänge genauer passen als ein Modell ohne Füßlinge.
  • Du brauchst zwingend Schuhe darüber. Direkt auf dem Füßling zu laufen, ruiniert ihn in einer Saison.

Die besten Trockenanzüge mit Füßlingen:

Gul Code Zero Trockenanzug
Typhoon PS220 Xtreme Trockenanzug

Was spricht für Trockenanzüge ohne Füßlinge?

Bei diesen Modellen wählst du die Schuhe frei nach Wetter: leichte Wasserschuhe in der Übergangszeit, warme Neoprenstiefel im Winter. Und wenn du barfuß paddeln willst, geht auch das.

Da nichts umgekrempelt werden muss, ist die Pflege einfacher, und der Anzug trocknet spürbar schneller. Auch beim Reparieren ist er im Vorteil: eine defekte Fußmanschette ist billiger zu ersetzen als ein durchgescheuerter Füßling. Die besten Schuhe für Trockenanzüge ansehen.

Meine Empfehlung

Flintronic 3mm Neopren Socken,
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Der entscheidende Nachteil bleibt: An der Fußmanschette kommt bei einem Sturz Wasser hinein, und im Winter ist das genau das, was du nicht willst. Deshalb tragen die meisten, die auch bei einstelligen Wassertemperaturen unterwegs sind, Anzüge mit Füßlingen.

Die besten Trockenanzüge ohne Füßlinge:

Dry Fashion SUP-Advance Trockenanzug

249,00 €

inkl. 19% Mehrwertsteuer
TestberichtPreis prüfen*
Standout Team Trockenanzug
Standout Dare II Trockenanzug

Die Kostenfrage

Die Spanne ist groß. Einfache Einsteigeranzüge mit Neoprenmanschetten und zweilagigem Material bekommst du ab etwa 250 bis 400 Euro. Solide Anzüge mit Latexhals, Füßlingen und dreilagigem Aufbau liegen ungefähr zwischen 500 und 800 Euro. Darüber wird es Spezialistenmaterial mit Gore-Tex, das über 1.000 Euro kosten kann.

Füßlinge kosten in der Regel einen Aufpreis, aber weniger, als viele vermuten.

Rechne nicht den Kaufpreis, sondern die Folgekosten mit. Ein Anzug, der bei guter Pflege acht bis zehn Jahre hält, braucht in dieser Zeit realistisch einmal neue Manschetten (mit Einbau 80 bis 150 Euro) und vielleicht einen neuen Reißverschluss (150 bis 300 Euro). Ein sehr billiger Anzug, dessen Ersatzteile es nicht mehr gibt, ist nach dem ersten Defekt Müll, und das ist der eigentliche Grund, nicht zum günstigsten Modell zu greifen.

Also: mit oder ohne Füßlinge?

Nimm Füßlinge, wenn du im Winter und im frühen Frühjahr paddelst, wenn dir trockene, warme Füße wichtig sind, oder wenn du oft im Wasser stehst und einsteigst.

Nimm ein Modell ohne Füßlinge, wenn der Anzug vor allem in der Übergangszeit zum Einsatz kommt, wenn du gern barfuß stehst, oder wenn du bei der Beinlänge zwischen zwei Größen liegst und der Anzug mit Füßlingen deshalb nicht sauber passt.

Für die meisten, die sich überhaupt einen Trockenanzug kaufen, ist die Variante mit Füßlingen die richtige, weil genau die kalten Tage der Grund für die Anschaffung sind.

Tipps: Wichtig ist auch, dass du deinen Trockenanzug nach der Nutzung richtig trocknest, bei Füßlingen unbedingt auf links gedreht. Bei höheren Temperaturen kannst du auch zu einem Neoprenanzug greifen, wann welcher Anzug sinnvoll ist, erfährst du in unserem Vergleich. Und wenn du über einen gebrauchten Trockenanzug nachdenkst, lies vorher unsere Prüfliste. Auf unserem Blog stellen wir außerdem die besten Trockenanzüge für SUP vor.


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Kommentare

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1 Kommentar
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Olaf Schlicht

Ich trage im Sommer auf dem SUP Wasserschuhe bzw. Neoprenschuhe. Wie ist das bei einem Trockenanzug mit Füßlingen?

Der Fußling selbst ist ja nur aus Latex und bietet keinen Kälteschutz.

Ziehe ich also gute Thermosocken drunten, oder? Und dann mit Socken und den Füßlingen in die Wasserschuhe?