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Blog Trockenanzug Temperatur: Wann Neopren und wann Trockenanzug?

Wenn sich morgens die Eisblumen am Fenster zeigen und man vor der Arbeit gerade halbwach sein Auto freikratzen muss, dann steht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Winterzeit vor der Tür. Für die einen heißt es Plätzchen backen mit Weihnachtslieder singen und für die anderen heißt es: Ab auf’s Wasser.

Wer das Weihnachtsfest nach einem Ausflug aufs Wasser nicht im Krankenhaus verbringen will, sollte sich der Gefahr durch kaltes Wasser im Winter stets bewusst sein.

Die Frage für uns SUP’ler ist hier, im Vorwege zu entscheiden, welche Informationen es einzuholen gilt und wann ein Neopren- bzw. wann ein Trockenanzug für die kalte Session Sinn macht.

Gefahr durch kaltes Wasser

Fangen wir bei den Basics an und machen uns bewusst, was die Gefahr durch kaltes Wasser eigentlich bedeutet. Wir alle kennen es, wenn wir kurz im T-Shirt unsere Post aus dem Briefkasten holen und bemerken, dass ein Outdoor-Aufenthalt in falscher Kleidung einfach unangenehm enden kann. Verstärkt wird dies durch die Kälteeinwirkung von kaltem Wasser.

Während wir zuerst zu frieren anfangen, kann es im nächsten Schritt dazu kommen, dass an einzelnen Körperstellen Erfrierungen auftreten. Zeitgleich führt die anhaltende Einwirkung des kalten Wassers zu einer Unterkühlung.

Von einer Unterkühlung spricht man bei einer Körpertemperatur von unter 35°C. Symptome bei anhaltender Unterkühlung können beispielsweise das Zittern der Muskelpartien, Beeinträchtigung der Sinne (z.B. falsches Urteilsvermögen) bis hin zur Bewusstlosigkeit und Atemstillstand sein.

Für uns Wassersportler bedeutet dies, dass wir uns im schlimmsten Fall aus Notsituationen nicht aus eigener Kraft retten können. Wir können nicht mehr schwimmen, die Muskeln arbeiten nicht mehr so wie man es selbst möchte und im Worst Case werden wir ohnmächtig.

Betrachten wir in diesem Zusammenhang einmal die durchschnittliche maximale Überlebenszeit, wenn wir keinen Neopren- bzw. Trockenanzug tragen würden.

  • 0°C à 12 Minuten
  • 2,5°C à 26 Minuten
  • 5°C à 55 Minuten
  • 10°C à 160 Minuten
  • 20°C à 16 Stunden

Trockenanzug Wassertemperatur: So bereitest du dich auf kaltes Wasser richtig vor

Wenn du dich entscheidest bei kalten Temperaturen auf’s Wasser zu gehen, solltest du einiges beachten und im Vorwege für dich abklären. Es sollten zu dieser Jahreszeit zwei Bereiche betrachtet werden: Der Spot und die eigene Person.

In beiden Bereichen solltest du als SUP’ler maximal informiert sein.

Der Spot:
Bei der Wahl des Spots solltest du im Winter einen Spot wählen, den du sehr gut kennst. Darüber hinaus sollten dir die relevanten Informationen über das Wetter, den Wind und etwaige Strömungen bzw. Gezeiten vorliegen.

Die eigene Person:
Du solltest bei den kalten Temperaturen nur für eine Session rausgehen, wenn du dich zu 100% fit fühlst. Dabei solltest du komplett ehrlich zu dir selbst sein und die schlappe Tagesform nicht für unwichtig erachten.

Des Weiteren solltest du deine Fähigkeiten auf dem Wasser immer realistisch einschätzen – dieser Punkt gilt natürlich auch für die warmen Jahreszeiten. Außerdem ist es wie bei allen Sportarten eine gute Wahl, wenn man diese nicht alleine ausübt – eine schöne Session bei kaltklarem Sonnenschein ist doch auch umso schöner, wenn man dieses Erlebnis teilen kann.

Damit wir unsere Überlebenszeit und die Vorsichtsmaßnahmen maximieren, ist es ratsam im Winter auf die richtige Schutzkleidung zurückzugreifen.

So halten Trockenanzüge warm

Auf die Jahreszeiten Bezug nehmend, macht eine Verwendung des Trockenanzugs von Oktober bis Anfang Mai Sinn. Entscheidend sind hier natürlich sowohl Umgebungs- als auch Wassertemperatur, jedoch wird der Trockenanzug ab einer gewissen Temperatur zu warm. Bei sehr warmen Temperaturen wollen wir dann ja eh am liebsten in Boardshorts und Lycra auf’s Wasser.

Da wir uns in unserem Artikel jedoch auf die kalte Jahreszeit konzentrieren, streben wir einen größtmöglichen Kälteschutz an. Dies erreicht man, wenn wir ausschließlich Kleidung aus Polyester unter unserem Trockenanzug anziehen.

Würde man Kleidung aus Baumwolle verwenden, so würde dies den Körperschweiß aufsaugen und diese Feuchtigkeit nicht vom Körper wegtransportieren. Dies würde den Abkühlungseffekt hervorrufen, den wir natürlich vermeiden wollen.

Der Vorteil bei Polyesterkleidung ist, dass das Gewebe keine Feuchtigkeit aufnimmt bzw. die Feuchtigkeit durch das Gewebe transpirieren lässt. Die Feuchtigkeit sammelt sich also zwischen der Unterziehkleidung und dem Trockenanzug.

Für die richtige Unterziehkleidung unter dem Anzug hast du zwei Möglichkeiten:

Entweder du verwendest deine Skiunterwäsche aus Polyester und beispielsweise Kleidung aus Polyesterfleece oder aber du benutzt einen Overall. Diesen Overall, der auch aus Polyester besteht, kannst du in vielen Fällen sogar direkt bei deinem Hersteller des Trockenanzugs kaufen.

Du kannst bei der Auswahl des Overalls verschiedene Ausführungen bzw. Wärmegrade wählen, damit du für deine individuellen Bedürfnisse immer ideal gekleidet bist. Kontaktiere hierfür am besten den Hersteller deines Trockenanzugs oder lass dich von deinem Shop deines Vertrauens beraten.

Unterschiede zu Neoprenanzügen

Wenn man nur die beiden Anzüge vergleicht, kann man sagen, dass ein Trockenanzug einzeln betrachtet grundsätzlich nicht sehr warm ist.

Der Trockenanzug wird aber zum Gewinner der kalten Jahreszeit, wenn man den Aspekt der variablen Unterziehmöglichkeiten mit in Betracht zieht. Wir können unsere Unterziehkleidung so variieren, dass wir immer den idealen und individuellen Kälteschutz besitzen.

Folglich kann man sagen, dass man mit einem Trockenanzug eine höhere Überlebenschance im kalten Wassert hat, sofern man u.a. die oben genannten Unterziehaspekte berücksichtigt. Voraussetzung ist hierfür natürlich, dass dein Trockenanzug auch voll funktionsfähig und nicht beschädigt ist.

Im Gegensatz zum Neoprenanzug müssen wir unserem Trockenanzug immer ein bisschen mehr Pflege geben und bei der einen oder anderen Situation ein bisschen achtsamer sein (z.B. auf dem Weg zum Wasser vorbei an Bäumen/Büschen).

Vergleicht man die durchschnittliche Überlebenszeit wird deutlich, dass der Trockenanzug in einigen Notsituationen das Nadelöhr zum Überleben sein kann.

 

Wassertemperatur Trockenanzug Neoprenanzug
+15°C > 6 Std. 4 Std.
+10°C 6 Std. 2 Std.
+5°C 3 Std. 1 Std.
-1°C 2 Std. 30 Min.

 

Fazit

Grundsätzlich bleibt zu sagen, dass ein Trockenanzug in der kalten Jahreszeit mehrere Vorteile mit sich bringt. Wir verlängern unsere Saison um mehrere Wochen bzw. können, je nach Wetterlage, sogar ganzjährig unser SUP benutzen.

Darüber hinaus ist der viel wichtigere Vorteil, dass wir uns vor dem kalten Wasser und dem Risiko einer Notsituation schützen. Mit der richtigen Wahl der Schutzkleidung und der informativen Vorbereitung können wir dem Winter positiv entgegenblicken und das anstreben, was wir am Ende alle wollen: Eine unvergesslich schöne Zeit auf dem Wasser.


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