Touren mit dem Stand Up Paddling Board machen nicht nur tagsüber Spaß.
Erfahrene Paddler können auch bei Nacht damit unterwegs sein, was ein unvergessliches Erlebnis ist.
Nachts ist es angenehm ruhig auf dem Wasser, manche SUPler machen aber auch eine lustige Party daraus.
Damit die nächtliche SUP Tour gut verläuft, sind allerdings einige Dinge wichtig. Vor allem auf die richtige Beleuchtung kommt es an, aber auch die Bekleidung ist wichtig.
Erfahre hier, was bei einer SUP Tour bei Nacht sonst noch zu beachten ist.
Tipp 1: Die richtige Beleuchtung
Nachts gilt auf dem Wasser eine Lichterführungspflicht, und sie betrifft auch dich auf dem SUP Board. Entscheidend ist dabei ein Punkt, den die bunten Partylichter aus dem Netz nicht erfüllen: Gefordert ist weißes Licht, das rundum sichtbar ist.
Auf Binnenschifffahrtsstraßen führen kleine Fahrzeuge ohne Maschinenantrieb ein gewöhnliches weißes Rundumlicht. Auf Seeschifffahrtsstraßen gilt die Kollisionsverhütungsregel für Ruderfahrzeuge: Wer keine Seiten- und Hecklichter führt, muss rechtzeitig eine Lampe mit weißem Licht zeigen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Praktisch heißt das: eine weiße Lampe griffbereit, nicht verstaut im Drybag.
Farbige LED-Streifen unter dem Board sind Dekoration und ersetzen dieses Licht nicht. Schlimmer noch, rote und grüne Lichter sind auf dem Wasser als Seitenlichter belegt und können einen Bootsführer über deine Fahrtrichtung täuschen. Wenn du Farbe willst, dann zusätzlich zum weißen Rundumlicht, nicht statt seiner.
Und rechne nicht damit, dass man dich sieht. Ein Board liegt kaum über der Wasserlinie, und aus dem beleuchteten Cockpit eines Motorboots heraus ist ein einzelnes Licht auf dunklem Wasser leicht zu übersehen. Halte dich abseits der Fahrrinnen und quere sie nur zügig und im rechten Winkel.
Auch für die eigene Sicherheit solltest du Wert auf eine gute Beleuchtung legen. Denn nur mit Licht siehst du, wo du entlang paddelst und ob du eventuelle Hindernisse umfahren musst.
Am energiesparendsten sind LED-Leuchten mit einer langen Akkulaufzeit oder auch Batterien.
Es gibt verschiedene Befestigungsmöglichkeiten von LEDs an einem SUP Board. Diese müssen wasserdicht und robust verarbeitet sowie möglichst schwimmfähig sein, falls sie mal ins Wasser fallen sollten.
Ein Fehler, den fast jeder beim ersten Mal macht: die Stirnlampe dauerhaft anlassen. Sie zerstört die eigene Nachtsicht, spiegelt bei Nebel oder Regen direkt zurück ins Gesicht und blendet alle anderen in der Gruppe. Nach etwa 20 Minuten im Dunkeln sieht das Auge erstaunlich viel, und ein einziger heller Blick setzt diese Anpassung wieder auf null. Nimm die Stirnlampe deshalb nur für kurze Blicke aufs Board oder als Signal, und paddel ansonsten mit dem Rundumlicht.
Eine LED-Leuchte lässt sich beim Night SUP auch als Notsignal einsetzen, da sie meist blinkend eingestellt werden kann. Hier findest Du die besten Beleuchtungen für dein SUP Board.
Tipp 2: Handy mitnehmen
Egal, ob allein oder mit mehreren Personen, ein Handy sollte für den Notfall immer dabei sein. Damit bist du jederzeit erreichbar und kannst auch um Hilfe rufen, wenn mal etwas passiert.
Verpacke es wasserdicht auf dem Board, damit es nicht nass wird. Das Handy kann im Notfall lebensrettend sein. Denn bei einem Night SUP Unfall auf dem Wasser kommt es auf jede Minute an.
Ein Vorteil ist auch, dass du das Handy als zusätzliche Lichtquelle nutzen kannst, da in den meisten Modellen ein kleines Licht integriert ist.
Du kannst mit einem Smartphone außerdem deinen Standort teilen, deine Route auf dem Wasser aufzeichnen und später auswerten sowie Fotos und Videos aufnehmen. Wichtig ist, dass du es vor der Tour komplett auflädst. Zum sicheren Verpacken eignet sich eine wasserdichte Handyhülle aus dem SUP Zubehör.
Tipp 3: Die richtige Kleidung
Achte bei einer SUP Tour bei Nacht auf die richtige Kleidung, denn nachts kann es auch im Sommer empfindlich kalt werden.
Vor allem auf dem kalten Wasser und mit nassen Füßen ist es wichtig, nicht auszukühlen. Als optimale Kleidung empfiehlt sich ein Trockenanzug, der dich ordentlich wärmt und trocken hält.
Darüber kannst du noch eine wetterfeste Jacke tragen oder einen leichten Pullover, je nachdem, wie kalt es ist. Am Kopf hält dich eine leichte Mütze warm.
Ist es nachts sehr warm, weil gerade Hochsommer ist? Dann kannst du dich auch etwas leichter bekleidet auf dein SUP Board begeben.
Neben warmer Kleidung solltest du beim Night SUP zur Sicherheit auch eine Rettungsweste tragen und eine Leash am Fuß befestigen. Auf Flüssen und überall dort, wo Strömung steht, gehört stattdessen eine Hüftleash mit Schnellverschluss an den Körper.
Dazu ein Punkt, der nachts schwerer wiegt als am Tag: Fällst du in Wasser unter etwa 15 Grad, kommt der Kälteschock. Die Atmung geht ein bis drei Minuten lang nicht mehr kontrolliert, und im Dunkeln kommt die Desorientierung dazu. Halte dich in dieser Zeit am Board fest und warte, bis der Atem ruhiger wird, statt sofort loszuschwimmen. Das Board ist auch nachts deine wichtigste Schwimmhilfe, und es ist das Einzige, was von Weitem noch zu sehen ist.
Und zwar für den Fall, dass du ohnmächtig wirst oder Kreislaufprobleme hast und dabei plötzlich ins Wasser fällst. Selbst wenn du mit mehreren Personen unterwegs bist: Im Dunkeln fällt es extrem schwer, jemanden im Wasser zu finden.
Tipp 4: Night SUP Tour gut planen
Auch auf die Tourenplanung kommt es bei einem nächtlichen SUP Ausflug an. Mach dir vorab genau Gedanken darüber, wo du lang fahren willst und überlege, welche Hindernisse dort zu erwarten sind.
Nachts ist die Sicht sehr eingeschränkt, sodass du dich mit der Strecke gut auskennen solltest. Im besten Fall fährst du die Tour schon mal komplett am Tag ab, um dir alle Details einzuprägen.
Damit du unterwegs nicht die Orientierung verlierst, kann ein Smartphone mit GPS oder eine Sportuhr mit Tourenplanung hilfreich sein.
Tipp 5: andere Personen informieren
Bist du allein auf dem Wasser unterwegs, solltest du vorab unbedingt jemanden informieren, wann du losfährst, welche Route du wählst und wann du planst, wieder zurück zu sein.
Wenn du noch kein sehr erfahrener Stand Up Paddler bist, solltest du nicht allein unterwegs sein.
Eine Begleitung kann dich beim Night SUP besser unterstützen und im Notfall auch sofort helfen.
FAQ
Night SUP ist die Bezeichnung für Stand Up Paddling bei Nacht. Mittlerweile gibt es sogar einige Anbieter, bei denen du eine SUP Tour bei Nacht buchen kannst.
Grundsätzlich ist Stand Up Paddling nachts nicht verboten, aber es besteht die Pflicht, weißes Licht zu führen. Vorsicht ist trotzdem geboten: Viele Seen und Flussabschnitte liegen in Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten, und dort gilt häufig ein Befahrensverbot zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Auch einzelne Badeseen und Talsperren haben eigene Nachtfahrverbote in ihrer Benutzungsordnung. Das steht nicht im Bundesrecht, sondern in der jeweiligen Schutzgebiets- oder Gewässerverordnung, also lohnt vorher ein Blick auf die Regeln des konkreten Gewässers.
Ja, nachts und im Dunkeln besteht eine Pflicht zur Beleuchtung deines SUPs. Da dies nicht nur der Sicherheit anderer, sondern auch deiner eigenen Sicherheit dient, solltest du dich sowieso darüber informieren und dein Board nach deinen Wünschen beleuchten.
Fazit
Mit der richtigen Vorbereitung kann die SUP Tour bei Nacht gut verlaufen.
Dazu gehört eine gute Tourenplanung und möglichst etwas Erfahrung auf der geplanten Strecke.
Kleide dich passend zum Wetter und vergiss deine Rettungsweste sowie Leash nicht, falls du doch mal unbeabsichtigt ins Wasser fällst. Je nach Temperatur kann warme Kleidung notwendig sein.
Ein Smartphone kann in einer wasserdichten Handyhülle nicht nur eine ausgefallene Taschenlampe ersetzen, sondern du kannst damit im Notfall auch schnell Hilfe rufen.
Ein Smartphone mit GPS hilft dir außerdem bei der besseren Orientierung bei Nacht, wenn die Sicht eingeschränkt ist.
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