Die kurze Antwort: Ein gepflegter Trockenanzug hält acht bis fünfzehn Jahre. Was vorher kaputtgeht, sind fast nie der Anzug selbst, sondern die Verschleißteile, und die kosten einen Bruchteil eines Neukaufs.
Damit du einordnen kannst, was bei dir ansteht, hier zuerst die Bauteile mit ihrer üblichen Lebensdauer:
- Latexmanschetten: zwei bis fünf Jahre, bei viel Sonne und Ozon auch weniger
- Neoprenmanschetten: fünf bis zehn Jahre, sie leiern eher aus, als dass sie reißen
- Reißverschluss: fünf bis zehn Jahre, wenn er sauber und gefettet bleibt
- Membran und Nähte des Anzugs: zehn Jahre und mehr, sofern der Anzug hängend und trocken lagert
- Latexfüßlinge: drei bis sechs Jahre, sie leiden am meisten unter Sand und Gehen ohne Schuhe
Wie lange es bei dir tatsächlich wird, entscheidet die Behandlung. Die folgenden Abschnitte gehen die Punkte der Reihe nach durch.
Wie lange hält ein Trockenanzug mit Latexmanschetten?
Trockenanzüge mit Latexmanschetten gewährleisten einen höheren Kälteschutz, da sowohl die Arme, die Beine und der Hals komplett trocken bleiben.
Gerade im Winter ist dies eine gute Voraussetzung, damit man einerseits auch nach einem Sturz ins Wasser trocken und andererseits nach der Session gesund bleibt.
Dennoch können die Latexmanschetten zu einem Problem an deinem Drysuit werden. Achte daher auch regelmäßig auf eine adäquate Pflege deiner Manschetten.
Bei der Trocknung des Trockenanzugs achte darauf, dass du den Anzug nicht draußen oder neben einer Heizung bzw. im Heizungskeller trocknest.
Durch die externen Einflüsse können die Manschetten spröde werden und im schlimmsten Fall sogar komplett reißen. Die Manschetten muss man erfahrungsgemäß alle zwei bis fünf Jahre wechseln. Ein sicheres Warnzeichen ist, wenn das Latex an der Innenseite matt und leicht klebrig wird oder beim Dehnen kleine Querrisse zeigt. Dann hält es die nächste Saison nicht mehr durch.
Wie lange hält ein Trockenanzug mit Neoprenmanschetten?
Der Unterschied von Neoprenmanschetten zu Latexmanschetten ist, dass diese im Halsbereich verwendet werden.
Dies hat den Vorteil, dass der Komfort um den Hals herum weitaus höher ist als bei einer Latexmanschette.
Der Nachteil ist allerdings, wie zuvor erwähnt, dass dieser Bereich dann nicht komplett trocken bleibt.
Wenn man jedoch Komfort gegen geringere Wärmeisolation eintauschen möchte, so kann man einen Trockenanzug mit einer Neoprenmanschette nehmen.
Ein weiterer positiver Effekt bei einer Neoprenmanschette ist, dass man die Wartung bzw. die Reparaturkosten dadurch senken kann.
Im Gegensatz zur Latexmanschette besitzen die Neoprenmanschetten eine längere Lebensdauer.
Unsere Trockenanzug Empfehlungen:
Wie lange hält ein Trockenanzug?
Wie lange die Lebensdauer von deinem Trockenanzug ist, hängt zum einen von deiner Radikalität während deiner SUP Sessions ab und zum anderen, was du für deinen Drysuit regelmäßig in Bezug auf die Pflege, Lagerung und Trocknung unternimmst.
Grundsätzlich gilt, dass du deinen Trockenanzug über viele Jahre benutzen kannst. Erfahrungsgemäß sind die einzigen Komponenten an deinem Drysuit, die du wechseln musst, die Manschetten.
Kann man einen Trockenanzug reparieren?
Die allgemeine Antwort auf diese Frage: Ja.
Wie in anderen Bereichen ist das berühmte Gaffa- bzw. Panzer-Tape eine ideale Lösung für eine spontane Reparatur, damit du dein SUP nicht einpacken und wieder traurig nach Hause fahren musst.
Wenn du langfristig die volle Funktionalität deines Drysuits gewährleisten willst, empfehlen wir dir dich an Profis wenden, die dir deinen Anzug professionell reparieren.
Was eine Reparatur kostet
Die Frage hinter der Haltbarkeitsfrage ist meistens: Lohnt sich die Reparatur überhaupt noch? In aller Regel ja, denn die Preise stehen in keinem Verhältnis zum Neupreis eines Anzugs.
- Halsmanschette tauschen: etwa 60 bis 120 Euro inklusive Arbeit
- Beide Handgelenksmanschetten: etwa 70 bis 140 Euro
- Reißverschluss komplett ersetzen: 150 bis 300 Euro, je nach Bauart der teuerste Posten
- Loch oder Riss im Gewebe kleben: 20 bis 50 Euro, selbst gemacht mit Aquasure oder Flickenset unter 20 Euro
Erst wenn der Reißverschluss und mehrere Manschetten gleichzeitig fällig sind und der Anzug schon zehn Jahre auf dem Buckel hat, wird ein Neukauf rechnerisch sinnvoll.
Undichtigkeit finden, bevor du reparierst
Bevor du etwas einschickst, lohnt der Umkehrtest: Anzug innen nach außen drehen, Manschetten mit der Hand verschließen, mit einem Blasebalg oder der SUP-Pumpe auf niedrigem Druck etwas Luft hineinbringen und die verdächtigen Stellen mit Wasser und einem Spritzer Spülmittel einpinseln. Wo es blubbert, ist das Leck.
Sehr oft sitzt es gar nicht im Gewebe, sondern an den Enden des Reißverschlusses oder an der Naht zwischen Manschette und Ärmel, und dann ist die Reparatur eine Sache von Minuten.
Mit der richtigen Pflege die Lebensdauer eines Trockenanzugs verlängern
Damit du mit der richtigen Pflege die Lebensdauer deines Trockenanzugs verlängerst, konzentriere dich regelmäßig auf folgende fünf Bereiche:
- Reinigung
- Latexmanschetten
- Reißverschluss
- Trocknung von Trockenanzügen
- Lagerung von Trockenanzügen
Reinigung:
Du solltest deinen Trockenanzug, inklusive der Manschetten, nach jeder Session mit Leitungs- bzw. Süßwasser gründlich abspülen und vollständig trocknen lassen.
Sollten starke Verschmutzungen vorhanden sein, kannst du diese mit einem weichen Schwamm beseitigen.
Bei Verschmutzungen am Reißverschluss kannst du eine weiche Bürste und klares Leitungswasser verwenden.
Benutze für die Reinigung bzw. für das Abspülen lediglich Süßwasser und verzichte auf jegliche Form von Zusatzmitteln wie Waschmittel oder Seife.
Des Weiteren reinige deinen Drysuit nie in der Waschmaschine, da dies zu massiven Materialschäden führt.
Latexmanschetten:
Sofern dein Anzug Latexmanschetten hat, und das ist bei Handgelenken und Füßen fast immer der Fall, solltest du diese immer mal wieder und besonders vor der Einlagerung mit reinem, unparfümiertem Talkum einreiben. Babypuder mit Ölanteil ist ungeeignet, Öl greift Latex an.
Dies verlängert die Lebensdauer deiner Manschetten und somit deines Anzugs. Des Weiteren erleichtert dies den Ein- und Ausstieg in den Drysuit, bewahrt dich vor eventuellen Reparaturkosten und sichert die Dichtigkeit deines Anzugs.
Reißverschluss:
Den Reißverschluss solltest du immer mal wieder und speziell für die Lagerung mit einem Fett- bzw. Pflegewachsstift für wasserdichte Reißverschlüsse behandeln.
Prüfe deinen Reißverschluss nochmals auf Schmutzrückstände, da es ansonsten zu Folgeschäden beim Wachsen kommen kann.
Beim Einfetten streichst du den Reißverschluss sowohl auf der Vorder- als auch auf der Innenseite ein.
Anschließend öffnest und verschließt du ihn zwei- bis dreimal, damit sich das Fett verteilt. Sei beim Öffnen und Schließen des Reißverschlusses vorsichtig, um eventuelle Schäden zu verhindern.
Trocknung:
Beim Trocknen solltest du allgemein darauf achten, dass der Ort trocken ist und eine Temperatur zwischen 10 °C und 25 °C hat.
Vermeide es deinen Drysuit draußen an der frischen Luft zu trocknen, da z.B. Sonnenstrahlen deinen Trockenanzug beschädigen können.
Vermeide es außerdem den Heizungskeller oder einen Ort direkt neben einer Heizung für die Trocknung zu wählen.
Lagerung:
Grundsätzlich sollte der Trockenanzug knitterfrei, ohne aufliegende Gegenstände und hängend aufbewahrt werden.
Dies bewahrt den Anzug vor Materialschäden wie z.B. Reißverschlussbruch oder Risse in den Hals- bzw. Handgelenkmanschetten.
Achte bitte darauf, dass der Reißverschluss verschlossen ist und knickfrei auf einem Bügel hängt.
Bei einer längeren Lagerung raten wir dir zusätzlich die Manschetten in den Anzug stecken.
Fazit
Generell kann man festhalten, dass man es selbst in der Hand hat, wie lange ein Trockenanzug hält.
Zwei Anzüge derselben Bauart können nach fünf Jahren völlig unterschiedlich dastehen: Der eine hängt nach jeder Tour ausgespült und trocken im Flur, der andere lag jeden Sommer feucht zusammengerollt im Kofferraum.
Sofern du deinen Anzug regelmäßig pflegst und gut behandelst, kann dir dein Drysuit über viele Jahre Spaß bereiten. Die besten Trockenanzüge ansehen.
Lediglich die Manschetten können nach ein paar Jahren einen Wechsel vertragen. Die Kosten dafür sind in Relation zum Anschaffungspreis eines neuen Trockenanzugs jedoch sehr gering.
Kommentare
Bei meinem Trockenanzug (Stand Out Bora Dry Suit) steht im Lagerungshinweis im Anzug, man solle den Reißverschluss geöffnet lassen.
Welche Empfehlungen sind denn nun besser/richtig und warum bzw. was für eine Bewandtnis hat das?
Hallo,
unserer Meinung nach ist im geschlossenen Zustand besser sichergestellt, dass sich kein Staub oder kleine Fremdkörper im Reißverschluss ablagern. Wenn der Hersteller dazu allerdings andere Angaben macht, solltest du dich auf jeden Fall daran orientieren.
Viele Grüße,
Benjamin