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Blog Was trägt man unter dem Trockenanzug? (mit Empfehlungen)

Wenn man sich mit dem Thema Isolation beschäftigt, dann hat das meistens damit zu tun, dass der Herbst bzw. Winter vor der Tür steht.

Natürlich kann man den Trockenanzug das ganze Jahr über tragen, jedoch wird das Thema rund um die Wärmeisolation besonders an kalten Tagen überlebenswichtig.

Grundsätzlich wollen wir natürlich nicht frieren, wenn wir uns auf eine Session freuend aufs SUP Board schwingen.

Auch wenn du schnell frierst, können wir dich beruhigen: Mit einem Trockenanzug und den richtigen Schichten darunter paddelst du das ganze Jahr über angenehm.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Trockenanzug wärmt nicht, die Kleidung darunter tut es.
  • Kein Baumwolle, nie. Polyester oder Merinowolle direkt auf der Haut.
  • Zwei bis drei dünne Schichten wärmen besser als eine dicke.
  • Zu viele Schichten pressen die Luft heraus und wärmen dadurch schlechter.
  • Richte dich nach der Wassertemperatur, nicht nach der Luft.

Unsere Trockenanzug Empfehlungen:

Standout Team Trockenanzug
Standout Dare II Trockenanzug

Hält ein Trockenanzug warm?

Bei der Beantwortung der Frage, ob ein Drysuit warm ist, muss man die Antwort differenzieren. Wenn wir den Drysuit als einzelnes Produkt betrachten, kann man sagen, dass dieser grundsätzlich nicht warm ist.

Betrachtet man jedoch das Konzept eines Trockenanzugs als Ganzes, so kann man sagen, dass der Trockenanzug warm und sogar noch viel variabler als ein Neoprenanzug ist bis der Drysuit ist das Chamäleon unter den SUP Anzügen.

Durch die individuelle Gestaltung der verschiedenen Layer unter dem Anzug kann man sich mit dem Kälteschutz nahezu an jede Wetterbedingung anpassen.

Wenn wir den Hochsommer einmal ausklammern, so kann man behaupten, dass ein Trockenanzug ein idealer Anzug für das ganze Jahr ist.

Und ein Punkt, der über Komfort hinausgeht: Wer im kalten Wasser ins Schwimmen kommt, hat im Trockenanzug mit isolierender Unterziehkleidung deutlich mehr Zeit, bevor die Handlungsfähigkeit nachlässt. Der erste Effekt bei einem unfreiwilligen Bad ist der Kälteschock in der ersten Minute, danach folgt innerhalb von etwa zehn Minuten der Verlust der Kraft in Händen und Armen. Genau dieses Zeitfenster verlängert ein trockener, isolierter Anzug.

Damit der volle Kälteschutz und die komplette Funktionalität gegeben sind, darf der Trockenanzug keine Materialschäden aufweisen. Neben dem Material am Trockenzug selbst, solltest du auch darauf achten, dass die Manschetten am Hals, an den Füßen und an den Armen in einem Top-Zustand sind.

Das „Zwiebelprinzip“

Das „Zwiebelprinzip“ kennen sicherlich viele Sportler aus dem Winterurlaub bzw. Outdoor-Bereich. Man variiert die unterschiedlichen Lagen Kleidung in der Lagenanzahl bzw. in der Materialauswahl.

Durch diese Anpassung kann man sich flexibel und ideal an die jeweiligen Wetterbedingungen anpassen.

Dieses Prinzip wendet man auch beim SUP im Trockenanzug an, damit der Spaß auch weiterhin an erster Stelle stehen kann.

Wovon hängt die richtige Kleidung unter dem Trockenanzug ab?

Die Materialfrage ist schnell beantwortet: Polyester oder Merinowolle, nie Baumwolle.

Baumwolle saugt den Schweiß auf, hält ihn direkt an der Haut und transportiert ihn nicht weiter. Nasse Baumwolle leitet Wärme um ein Vielfaches besser ab als trockene, du kühlst also genau dann aus, wenn du nach der Anstrengung eine Pause machst. Im Kaltwasserbereich gibt es dafür den knappen Merksatz „cotton kills“.

Polyester nimmt kaum Feuchtigkeit auf und gibt sie nach außen weiter, sodass sie sich zwischen Unterziehkleidung und Anzug sammelt statt auf der Haut. Merinowolle nimmt zwar Feuchtigkeit auf, wärmt aber auch feucht weiter und riecht deutlich weniger. In der Praxis: Merino auf der Haut, Polyesterfleece darüber ist eine sehr gute Kombination.

Neben dem Material entscheidet die Anzahl der Schichten. Was wärmt, ist nicht der Stoff, sondern die Luft, die er festhält. Deshalb wärmen zwei dünne Schichten besser als eine gleich dicke. Und deshalb ist auch das Gegenteil ein Fehler: Wer so viele Lagen anzieht, dass der Anzug spannt, drückt die Luft aus dem Material und friert mehr, nicht weniger.

Was du zusätzlich weglassen solltest: enge Bündchen, Kordeln und Kapuzen unter dem Anzug, alles was drückt oder unter der Manschette liegt. Und die Ärmel des Unterziehers müssen deutlich über den Handgelenkmanschetten enden, sonst dichten die Manschetten nicht ab.

Kleidung unter dem Trockenanzug

Wie bereits oben genannt, bedient man sich bei der Kleidung unter dem Drysuit am Zwiebelprinzip mit mehreren Lagen, um so die Wärmeisolation individuell zu regulieren.

Damit du einen Überblick erhältst, zeigen wir dir nun die verschiedenen Schichten unter deinem Trockenanzug.

Die Grundschicht:

Von der Grundschicht spricht man, wenn man die Kleidung direkt auf der Haut meint.

Sie besteht aus enganliegender Funktionsunterwäsche aus dem Ski- oder Outdoorbereich, lang an Armen und Beinen. Enganliegend ist wichtig: nur was Hautkontakt hat, kann Feuchtigkeit abtransportieren.

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FALARY Winter Thermounterwäsche
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Die allgemeine Grundaufgabe dieser Schicht ist der Transport der vom Körper entstehenden Feuchtigkeit an die mittlere Schicht.

Würde die Grundschicht z.B. aus Baumwolle bestehen, so würde der Feuchtigkeitstransport nicht stattfinden und es käme so zum Auskühlungseffekt während der SUP Session.

Die mittlere Schicht:

An kälteren Tagen kommt über die Grundschicht eine wärmende Schicht. Das ist der eigentliche Isolator, und dafür eignet sich dünnes Fleece besser als eine zweite Lage Unterwäsche. Übliche Fleecestärken sind 100 für die Übergangszeit und 200 für den Winter.

Diese Schicht bestimmt, wie lange du auf dem Wasser bleiben kannst. Sie darf locker sitzen, aber nicht so dick sein, dass sie im Anzug zusammengepresst wird.

Die äußere Schicht:

Die äußere Schicht ist an besonders kalten Tagen im Jahr von Bedeutung. Hier gibt es zwei Varianten, um einen besseren Kälteschutz zu erhalten.

Variante 1:

Eine zusätzliche Fleeceweste schützt den Rumpf, ohne an Armen und Schultern aufzutragen. Das ist der beste Kompromiss, weil die Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Der Hintergrund: Bei Kälte verengt der Körper die Gefäße in Armen und Beinen, um den Rumpf warm zu halten. Wer den Rumpf gut isoliert, gibt dem Körper weniger Anlass dazu, und die Hände bleiben länger warm. Kalte Hände sind also oft ein Zeichen dafür, dass am Oberkörper eine Schicht fehlt, nicht dafür, dass die Handschuhe zu dünn sind.

Meine Empfehlung

Disnace Herren Reflektierende
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Variante 2:

In der zweiten Variante trägst du statt mehrerer Einzelteile einen Unterziehoverall, wie es ihn von den Trockenanzugherstellern gibt.

Der Vorteil: keine Bündchen, die verrutschen, keine Lücke am Rücken, gleichmäßige Isolierung. Solche Overalls bestehen meist aus Fleece oder Primaloft-ähnlicher Wattierung und sind für genau diesen Einsatz geschnitten.

Meine Empfehlung

Lomo Element Fleece-Unterzieher
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Der Schweiß wandert von der Haut durch die Grundschicht und die Isolierschicht nach außen und sammelt sich zwischen der äußersten Unterziehlage und der Innenseite des Anzugs. Ein Teil davon geht durch die Membran nach draußen, der Rest bleibt drin.

Es kann also gut sein, dass sich der Anzug nach zwei Stunden innen leicht klamm anfühlt und du kurz denkst, er sei undicht. Das ist normal und kein Defekt.

Woran du echtes Leckwasser erkennst: es ist punktuell und kalt, meist an einer Stelle (Manschette, Reißverschluss, Naht, Füßling), während Kondensfeuchte gleichmäßig verteilt und körperwarm ist. Salzwasser schmeckt zudem salzig, das klingt banal, klärt die Frage aber sofort.

Weitere Kurztipps

Der Trockenanzug deckt Kopf, Hände und je nach Modell die Füße nicht ab. Genau dort verlierst du im Winter die Wärme.

Die oft zitierte Behauptung, man verliere 40 bis 45 Prozent der Körperwärme über den Kopf, stimmt so nicht: der Kopf verliert Wärme etwa proportional zu seiner Oberfläche, also rund 7 bis 10 Prozent. Trotzdem gehört im Winter eine Mütze auf den Kopf, und zwar aus einem einfachen Grund: er ist meist das einzige unbedeckte Körperteil, und bei einem Sturz ins kalte Wasser ist ein plötzlich benetzter Kopf einer der stärksten Auslöser für den Kälteschock.

Deshalb ist eine Neoprenmütze oder Neoprenhaube die bessere Wahl als eine Wollmütze: sie wärmt auch nass weiter und bleibt beim Sturz auf dem Kopf. Die besten Mützen für Stand Up Paddling ansehen. 

Meine Empfehlung

Intbost Diving Hood 3mm Neopren
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An den Händen bist du flexibler, weil sie beim SUP nicht dauerhaft im Wasser sind. Neoprenhandschuhe von 3 mm halten warm, kosten aber Gefühl für das Paddel. Wer das nicht mag, greift zu sogenannten Pogies: Stulpen, die am Schaft befestigt werden und in die du mit der bloßen Hand greifst. Damit behältst du den direkten Kontakt zum Paddel und hast trotzdem Windschutz.

Die dritte Möglichkeit sind wasserdichte Handschuhe mit dünnem Unterzieher darunter.

Meine Empfehlung

AUAUY Neopren Tauchhandschuhe, 3mm
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Gleiches gilt für die Füße, die entweder mit dicken Neoprenschuhen warm gehalten werden können oder je nach Ausführung mit Thermosocken eine zusätzliche Schicht erhalten.

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Gimilife Neopren socken, 3MM
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Es gibt außerdem auch Neoprensocken, die eine Alternative zu Neoprenschuhen darstellen.

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flintronic 3mm Neopren Socken,
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Fazit

Als Ausgangspunkt, den du dann an dein eigenes Empfinden anpasst:

  • Wasser über 15 Grad: lange Funktionsunterwäsche, mehr nicht.
  • 10 bis 15 Grad: Funktionsunterwäsche plus dünnes Fleece, Mütze griffbereit.
  • 5 bis 10 Grad: Funktionsunterwäsche plus dickeres Fleece oder Unterziehoverall, Neoprenmütze, Handschuhe oder Pogies, warme Socken.
  • unter 5 Grad: volles Programm, und nicht allein aufs Wasser.

Grundsätzlich ist das Zwiebelprinzip die beste Lösung, weil du flexibel auf das Wetter reagieren kannst. Achte auf die richtige Unterziehkleidung, verzichte auf Baumwolle, und zieh dich für die ersten Minuten eher etwas zu kühl an: nach einer Viertelstunde Paddeln ist der Unterschied verschwunden.

Ob Frostbeule oder heimlicher Wikinger: die Isolation deines Trockenanzugs bestimmst du selbst über die Zahl der Lagen darunter. Notier dir nach den ersten kalten Ausfahrten kurz, was du bei welcher Wassertemperatur anhattest und wie es sich angefühlt hat. Nach drei, vier Notizen weißt du für deinen Körper genauer Bescheid als jede Tabelle.


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