Ein Gepäcknetz auf dem SUP Board hat gleich mehrere Vorteile. Wie der Name schon sagt, kann man dank des Netzes zusätzliches Gepäck transportieren.
Ob Zusatzkleidung, Trinkflasche oder eine Drybag mit Schlüssel, Handy oder anderen kleinen Gegenständen: Ein SUP Gepäcknetz sorgt dafür, dass wir Notwendiges mit aufs SUP Board nehmen können, ohne uns durch den Transport von Zubehör am Körper stören zu lassen.
Man kann bei einer Pause während des Paddelns das SUP Gepäcknetz auch als Paddelhalter nutzen, indem man beispielsweise das Paddelblatt unter das Netz klemmt.
Damit hat das Paddel liegend auf dem SUP Board zusätzlich Halt.
Was allerdings nicht unter das Netz gehört, ist deine Rettungsboje. Eine Schwimmboje nützt nur etwas, wenn du sie am Körper trägst, denn im Ernstfall bist du im Wasser und das Board eine Armlänge zu weit weg. Sie gehört an den Hüftgurt, das Netz ist für die Drybag da.
Doch nicht alle SUP Boards haben prinzipiell ein Gepäcknetz. Solltest du eins an deinem Board vermissen, zeigen wir dir im Folgenden, wie du ein SUP Gepäcknetz in nur wenigen Schritten nachrüsten kannst.
Bei aufblasbaren SUP Boards Gepäcknetz nachrüsten
Um das SUP Gepäcknetz nachzurüsten, müssen zunächst die D-Ringe angebracht werden.
Hierfür brauchst du die entsprechenden D-Ringe, Einweghandschuhe, PVC-Kleber, Isopropanol, einen alten Lappen, einen kleinen Löffel aus Metall, einen Bleistift und Klebestreifen.
Zum Kleber gleich ein Wort, weil daran alles hängt: Nimm einen Zweikomponenten-PVC-Kleber mit Härter, keinen einfachen Kleber aus der Tube. Die einkomponentigen Kleber halten einen Flicken, der nur abdichten muss, aber ein D-Ring trägt Last und steht dauerhaft in Wasser und Sonne. Dafür sind die Zweikomponenten-Kleber gemacht, und nur die bleiben auf Dauer wasser- und UV-fest.
Arbeite im Freien oder bei weit offenem Fenster und zieh die Handschuhe wirklich an. Die Lösungsmittel in diesen Klebern sind nichts, was man einatmen oder in die Hände bekommen möchte.
Wo die Ringe hinkommen, entscheidest du am besten, bevor die Tube offen ist. Drei Regeln haben sich bewährt: nicht auf das Deckpad, denn auf der genoppten EVA-Oberfläche hält kein PVC-Kleber; nicht auf eine Naht oder auf die Kante der Rail, weil die Klebefläche dort nicht plan aufliegt; und paarweise symmetrisch, damit das Netz später gleichmäßig spannt. Für ein Netz im Bugbereich sind vier Ringe die übliche Lösung.
Und noch etwas, das die Lebensdauer bestimmt: Ein geklebter D-Ring hält Zug in der Fläche gut aus, Zug nach oben schlecht. Wer ihn wie einen Haken senkrecht belastet, schält ihn ab. Deshalb liegt das Gepäck unter dem Netz und hängt nicht daran.
D-Ringe am SUP Board anbringen:
- Pumpe dein SUP Board so weit auf, dass die Fläche straff und eben ist, aber nicht bis zum vollen Betriebsdruck. Ein prall gefülltes Board wölbt sich unter dem Ring, und beim späteren Ablassen wirft die Klebestelle Falten. Wichtig ist vor allem, dass der Druck während der gesamten Trocknungszeit gleich bleibt, das Board also nicht zwischendurch Luft verliert.
- Mit Isopropanol auf einem fusselfreien Tuch wird zunächst die Unterseite des D-Rings gründlich gereinigt. Aceton und Nagellackentferner gehören ausdrücklich nicht dazu, sie greifen die PVC-Schicht des Boards an und hinterlassen matte, weiche Stellen. Möchtest du mehrere D-Ringe anbringen, wiederhole den Vorgang entsprechend. Außerdem wird mit dem Reiniger die entsprechende Stelle auf dem SUP Board, an die der D-Ring befestigt werden soll, ebenfalls gründlich gereinigt. Wiederhole auch diesen Vorgang für alle anderen Stellen auf dem SUP Board, an denen zusätzliche D-Ringe angebracht werden sollen.
- Platziere den D-Ring jeweils an die entsprechende Stelle auf dem Board, auf die er befestigt werden soll. Umrande den D-Ring auf dem SUP Board dann mit einem Bleistift, um die Stelle zu markieren. Wiederhole den Vorgang für alle weiteren D-Ringe, die du anbringen möchtest.
- Entferne den D-Ring wieder und trage dann eine dünne Schicht des PVC-Klebers auf den markierten Bereich deines SUP Boards auf und verstreiche ihn vorsichtig. Achte darauf, dass du möglichst nur die markierte Stelle erwischst und nicht unnötig viel Kleber außerhalb verteilst. Du kannst zum Verstreichen innerhalb der Markierung das untere flache Endstück der Klebetube verwenden.
- Danach trägst du eine ebenfalls dünne Schicht des PVC-Klebers auf die Unterseite des D-Rings auf.
- Nun heißt es zwei bis drei Minuten warten, um den PVC-Kleber antrocknen zu lassen. Er soll beim Antippen mit dem Handschuh noch klebrig sein, aber keine Fäden mehr ziehen. Halte dich dabei an die Angaben auf der Packung, die Zeiten unterscheiden sich je nach Produkt deutlich.
- Setze den D-Ring anschließend auf die entsprechend markierte und bestrichene Stelle auf dem SUP Board. Achte hierbei auf die richtige Ausrichtung. Mit der Kelle des kleinen Löffels kannst du den D-Ring schön glatt streifen und Luftblasen herausdrücken.
- Entferne überschüssige Klebereste um den D-Ring anschließend mit einem Lappen. Die Ränder des D-Rings fixierst du dann an den Seiten mit Klebestreifen, um ausreichend Halt beim Trocknen zu gewährleisten.
- Nach 24 Stunden kannst du die Klebestreifen entfernen. Lass dem Kleber trotzdem noch etwas Zeit: Seine volle Festigkeit erreicht er erst nach zwei bis drei Tagen, und bis dahin sollte das Board weder eingerollt noch belastet werden. Kühl und feucht dauert es länger als warm und trocken.
Bungee-Seil durch die D-Ringe ziehen:
Nach dem Anbringen der D-Ringe und der vollständigen Aushärtung kannst du das Bungee-Seil durch die Ringe ziehen und so dein SUP Gepäcknetz anbringen. Spann es straff, aber nicht bis an die Dehngrenze: Ein Seil, das schon leer unter voller Spannung steht, hat keine Reserve mehr für die Drybag. Schon ist dein SUP Board mit Gepäcknetz einsatzbereit.
Alternativ zum Bungee-Seil kannst du nach Anbringen der D-Ringe auch gleich ein vollständiges SUP Gepäcknetz an den D-Ringen befestigen oder eine SUP Gepäcknetztasche.
Bei Hardboards Gepäcknetz nachrüsten
Natürlich kann man auch sein Hardboard mit einem SUP Gepäcknetz nachrüsten. Das Prozedere unterscheidet sich von dem für iSUPs und ist etwas aufwendiger. Wir erklären dir im Folgenden, wie du hier vorgehst.
Um ein SUP Gepäcknetz auf einem Hardboard anzubringen, benötigst du wasserfestes Epoxidharz und Härter, Microballoons Filler, ein sauberes, möglichst flaches Gefäß zum Mischen und einen Mischstab, eine Bohrmaschine mit 6-mm-Bohrer, einen Blechschälbohrer, einen Pinsel, Schmirgelpapier in 60er-Stärke, ein Stemmeisen und vier Leash-Plugs.
Dazu Schutzausrüstung, und das ist hier keine Formsache: Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und eine Staubmaske. Der Schleifstaub von Glasfaser reizt die Atemwege, und ungehärtetes Epoxidharz löst bei wiederholtem Hautkontakt Allergien aus, die bleiben. Wer einmal auf Epoxid sensibilisiert ist, kann damit nicht mehr arbeiten. Also gar nicht erst an die Haut lassen.
Und eine ehrliche Vorbemerkung: Bei einem iSUP ist ein misslungener Versuch ärgerlich, bei einem Hardboard bohrst du ein Loch in eine wasserdichte Hülle. Sitzt ein Plug nicht dicht, zieht der Schaumkern über Monate Wasser, und das Board wird schwer und weich. Wer sich das nicht zutraut, ist bei einem Shaper mit fünfzig Euro dabei.
So kannst du dein Hardboard nun nachträglich mit einem SUP Gepäcknetz nachrüsten:
- Bevor du das Harz anrührst, musst du die entsprechenden Bohrstellen für das Einsetzen der Plugs genau abmessen und auf der SUP Board Oberfläche markieren. Dafür kann der Plug selbst als Vorlage verwendet und mit einem Bleistift umrandet werden.
- Bevor die Bohrmaschine zum Einsatz kommt, muss die markierte Stelle für das Plug zunächst mit einem Schneider ausgeschnitten werden. In der Mitte der Markierung wird die Stelle auf dem SUP Board mit dem 6er Bohrer vorgebohrt, um schließlich mit dem Blechschälbohrer sicher und präzise ansetzen zu können.
- In dem vorgebohrten Loch kannst du nun mit dem Blechschälbohrer weiterarbeiten. Wichtig ist dabei mit Vorsicht heranzugehen, um zu verhindern, dass das Loch zu tief und damit zu groß wird. Überprüfe dabei zwischendrin immer wieder, ob das Plug gut in das Loch passt. Wird das Loch zu weit und das Plug sitzt nicht fest, wird die Stelle undicht und Wasser kann eindringen.
- Arbeite so Stelle für Stelle auf der Boardoberfläche weiter, bis alle vier Löcher gebohrt sind.
- Nun wird das Harz angerührt. Es ist ratsam, beim Kauf von zu günstigem Epoxidharz abzusehen. Die Qualität muss hier stimmen, um Wasserfestigkeit sicherzustellen. Zum Anrühren des Harzes mit dem Härter muss das Mischverhältnis penibel eingehalten werden. Zum Berechnen eignen sich zum Beispiel Spritzen aus der Apotheke, an denen die Menge gut abgelesen werden kann. Alternativ kann man auch eine Briefwaage zur Kontrolle verwenden. Das Ganze wird anschließend mit dem Microballoons Filler vermischt. Und zwar so, dass die Konsistenz am Ende stimmt. Rühr außerdem immer nur kleine Mengen an. Eine große Menge Harz in einem tiefen Becher heizt sich durch die eigene Reaktionswärme auf, wird innerhalb von Minuten steinhart und kann dabei rauchen. Verwende zum Vermischen aller Komponenten ein möglichst flaches Gefäß. Sonst wird das Harz schneller heiß und damit auch schneller hart.
- Anschließend wird das gebohrte Loch mit dem angerührten Harz bis zur Hälfte aufgefüllt, bevor der Plug eingesetzt werden kann.
- Schleife die Außenseiten aller Plugs vorher mit dem Schmirgelpapier an. Auf einer glatten Kunststoffoberfläche findet Epoxidharz kaum Halt, auf einer angerauten dagegen sehr gut.
- Fülle jetzt die restlichen Löcher bis zur Hälfte mit dem Harz.
- Nun werden die Plugs nacheinander kräftig in die Löcher gedrückt. Achte hierbei auf die Ausrichtung, so dass der Plug Pin nach vorne zeigt. Der Plug ist nach Andrücken noch nicht vollständig eben mit der Oberfläche. Das wird in einem späteren Schritt beglichen.
- Die Stellen mit den eingesetzten Plugs werden nun fixiert. Das kannst du beispielsweise mit Holzbrettern machen, die du auf dem Board über die Stellen legst und mit Klebetape befestigst.
- Das SUP Board lagerst du nun für die nächsten 12 Stunden an deiner Hardboard-Halterung über Kopf, sodass die getapten Bretter, beziehungsweise die Boardoberfläche nach unten zeigen.
- Nach 12 Stunden sind die Plugs mit dem Harz im SUP Board verhärtet. Die überstehenden Ränder der Plugs kannst du nun mit einem Stemmeisen vorsichtig durch Hobeln entfernen.
- Im letzten Schritt kannst du noch einmal etwas Harz (allerdings ohne Microballoons Filler) anrühren und mit einem kleinen Pinsel sorgfältig und sauber an den Plug Kanten entlang pinseln. So ist sichergestellt, dass die Ränder in jedem Fall abgedichtet sind und kein Wasser eindringen kann.
- Jetzt kannst du das Bungee-Seil ganz einfach durch die Plugs ziehen und der ersten SUP Tour mit Gepäcknetz steht nichts mehr im Wege. Gib dem Harz vorher aber mindestens einen weiteren Tag, bevor das Board wieder ins Wasser kommt.
Fazit
Wer sein ideales SUP Board bereits zu Hause hat, aber eine zusätzliche Transportmöglichkeit an Bord vermisst, kann seinen Begleiter in wenigen Schritten ganz einfach selbst mit einem SUP Gepäcknetz nachrüsten.
Beim aufblasbaren Board ist das an einem Nachmittag erledigt und braucht keinen Profi. Beim Hardboard sollte man sich ehrlich fragen, ob man sauber bohren und mit Epoxidharz umgehen kann, denn dort geht es um die Dichtigkeit des Boards.
Mit wenigen und einfach erhältlichen Zubehörteilen sind D-Ringe oder Plugs befestigt, an denen entweder ein Bungee-Seil durchgezogen oder ein vollständiges Gepäcknetz angebracht werden kann.
Schon kann es mit Zubehör aufs Wasser gehen und die Bewegungsfreiheit ist beim Paddeln nicht mehr durch Taschen am Körper eingeschränkt.
Kommentare
Sehr schöner Artikel!
Aber ich frage mich, wie dieses Plastikteil heißt, mit dem ich das Bungee Rope dann auch festzurre.
Das ist bei jedem Bord mit Gepäcknetz dabei.
Ich finde das aber so als einzelnes Zubehörteil nicht.
Hey Danny,
Freut uns sehr, dass dir unser Artikel so gut gefällt. Also meistens wird das Ende des Gummizug einfach verknotet und mit einem sogenannten Schrumpfschlauch versiegelt. Falls du aber den Verstellmechanismus meinst, sowas bezeichnet man im Handel als Kordelstopper oder Kordelklemme. Such mal nach diesen Begriffen, dann findest du garantiert was!
Viele Grüße,
Benjamin
Hallo zusammen,
hm, also das Prozedere für ein Hardboard erfordert schon bedeutend mehr Professionalismus (Stichwort Blechschälbohrer).
Ist das nicht möglich wie bei aufblasbaren Boards einfach die D-Ringe anzukleben (also ohne Bohren)?
Schöne Grüße,
Petra
Moin Petra,
das haben wir noch nicht probiert. Das Standardvorgehen (damit es auf Dauer hilft) ist sicherlich das oben beschriebene. Bei den geringen Kosten (gerade auch im Vergleich zur vorgestellten Methode) könntest du es natürlich mal probieren und sehr gerne hier Bericht erstatten, ob und wie gut die D-Ringe und das Gepäcknetz halten.
Beste Grüße,
Max
Moin Petra,
das haben wir noch nicht probiert. Das Standardvorgehen (damit es auf Dauer hält) ist sicherlich das oben beschriebene. Bei den geringen Kosten (gerade auch im Vergleich zur vorgestellten Methode) könntest du es natürlich mal probieren und sehr gerne hier Bericht erstatten, ob und wie gut die D-Ringe und das Gepäcknetz halten.
Beste Grüße,
Max