Ist dir das auch schon mal passiert, dass die Halsmanschette deines Trockenanzuges zu eng gewesen ist?
So eng, dass du während des Trainings auf dem SUP Board das Gefühl hattest, du würdest förmlich erwürgt werden?
Diesen Zustand musst du nicht ertragen, denn es gibt Möglichkeiten, wie die Halsmanschette geweitet und der Trockenanzug somit weiterhin von dir genutzt werden kann.
Warum ist die Trockenanzug Halsmanschette so eng?
Wenn man genau darüber nachdenkt, ist jede Halsmanschette eines Trockenanzuges eng angepasst.
Kein Wunder, denn sie sorgt dafür, dass Wasser sich nicht in den Halsausschnitt mogeln kann. Vergessen wir nicht, dass das SUP nicht die einzige Wassersportart ist, bei der ein Trockenanzug verwendet wird.
Grundsätzlich gilt es, das Wasser vom Körper fernzuhalten, damit dieser im Trockenanzug mollig warm bleibt. Kann Wasser eindringen, ist dieser Effekt nicht mehr gegeben.
Dennoch gilt es, die richtige Passform für den Hals zu finden. Eine Manschette, die auf Luftröhre oder Halsschlagadern drückt, ist kein Komfortproblem, sondern ein Sicherheitsproblem.
Am Hals, kurz unterhalb des Kieferwinkels, sitzt der Karotissinus. Anhaltender Druck auf diese Stelle kann den Puls verlangsamen und den Blutdruck senken, im ungünstigsten Fall bis zu Schwindel und Ohnmacht. Genau dort liegt die Halsmanschette. Wer beim Paddeln Kopfschmerzen, Druck hinter den Augen, Schwindel oder ein Kribbeln bekommt, hat keine Kleinigkeit, sondern trägt einen zu engen Anzug und sollte die Session beenden.
Der Zwei-Finger-Test
Die Manschette sitzt richtig, wenn du im angezogenen Zustand zwei Finger flach zwischen Hals und Gummi schieben kannst, ohne zu zerren. Geht nur ein Finger hinein, ist sie zu eng. Passt die ganze Hand, kommt Wasser rein.
Zwei Dinge verfälschen den Test: Er gehört im Stehen gemacht, nicht im Sitzen, und eine neue Latexmanschette weitet sich in den ersten fünf bis zehn Einsätzen noch etwas. Wer sofort schneidet, schneidet meist zu viel.
Latex- vs. Neopren-Halsmanschetten bei Drysuits
Die Frage, welche dieser beiden Materialien sich besser für eine Halsmanschette eignet, ist vermutlich so alt wie der Trockenanzug bzw. die beiden Materialien.
Zum einen ist es das persönliche Empfinden.
Zum anderen ist es wichtig, die Unterschiede in der Nutzung der Materialien zu kennen, um sich für eines zu entscheiden.
Halsmanschetten aus Latex
Beim Latex gibt es kein Innen und kein Außen. Es ist egal, wie herum dieses Material angelegt wird. Generell kann den Latex-Manschetten die bessere Abdichtung nachgesagt werden.
Sie weisen einen hohen Tragekomfort auf und geben dem Träger eine hohe Bewegungsfreiheit. Doch auch das beste Material hat eine Schwachstelle.
Beim Latex ist es die Tatsache, dass seine Lebensdauer nicht mit dem Neopren mithalten kann.
Dennoch stehen sie hoch im Kurs, denn sie sind leicht anzuziehen, leicht erneuerbar und auch mit Handschuhen leicht zu montieren.
Zusammen mit einer gut geschnittenen Kapuze bieten sie Hals und Kopf einen optimalen Schutz vor Nässe und Wind.
Die Nachteile fallen in kleinerer Zahl auf, sind aber unbedingt zu beachten. Denn Allergiker dürfen sich nicht für sie entscheiden. UV-Strahlen und Ozon sind nicht ihre besten Freunde.
Lange Fingernägel und scharfe Kanten sind ihre Lieblingsfeinde.
Bei SUP- und Kajak-Trockenanzügen im Einsteiger- und Mittelklassebereich ist die Halsmanschette meistens aus Neopren, während Handgelenke und Füße mit Latex abgedichtet sind. Reine Latexhälse findest du eher bei Tauch- und Wildwasseranzügen, wo absolute Dichtigkeit vor Tragekomfort geht.
Halsmanschetten aus Neopren
Es ist beim Anlegen darauf zu achten, dass die glatte Seite immer nach innen gerichtet ist. Generell trägt Neopren dicker auf und muss eine absolute Passgenauigkeit aufweisen.
Allergiker haben mit diesem Material für gewöhnlich keine Probleme. Im Vergleich zu Latex weist Neopren eine doppelt so lange Lebensdauer auf.
Auch ist es wesentlich unempfindlicher gegen UV- und Ozon-Strahlen. Ebenso scharfe Gegenstände hält es besser aus.
Dennoch kommt auch das Neopren nicht ohne Nachteile aus. Im Vergleich zum Latex ist es recht schwierig anzuziehen.
Für langhaarige Menschen scheint dieser Nachteil doppelt zu bestehen. Ein wasserdichter Abschluss zum Kopf ist nicht zu hundert Prozent zu gewährleisten.
Trägt man beim Anziehen bereits Handschuhe, wird dieses Anziehen zu einem Abenteuer. Sollte an der Neopren-Manschette eine Reparatur vorgenommen werden müssen, ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.
2 mögliche Lösungen für zu enge Halsmanschetten
Mit einer zu engen Halsmanschette muss man sich nicht unbedingt professionelle Hilfe suchen.
Es gibt zwei einfache Methoden, mit denen du das Problem selbst beheben kannst.
1. Halsmanschette weiten
Wie weite ich eine zu enge Latex Halsmanschette?
Die Latexmanschette sollte möglichst nicht gedehnt werden. Damit würde sie im wahrsten Sinne aus dem Leim geraten. Latexmanschetten sind konisch geformt und tragen von Haus aus umlaufende Schnittringe, kleine erhabene Linien im Abstand von etwa drei bis fünf Millimetern. Sie sind die vorgesehenen Schnittkanten.
Sollte die Latex Halsmanschette also tatsächlich zu eng sein, schneidest du entlang dieser Ringe. Immer nur einen auf einmal, danach anprobieren, erst dann der nächste.
Drei Regeln entscheiden über das Ergebnis:
- Scharfe Schere, ein Zug. Eine Haushaltsschere mit stumpfen Blättern hinterlässt eine ausgefranste Kante, und von jeder Franse aus reißt das Latex weiter.
- Nie mehr als zwei bis drei Ringe. Jeder Ring nimmt spürbar Umfang weg. Ab dem vierten sitzt die Manschette so lose, dass sie beim Sturz Wasser durchlässt.
- Nicht bei Kälte schneiden. Kaltes Latex ist spröde. Der Anzug sollte Zimmertemperatur haben.
Wie weite ich eine zu enge Neopren Halsmanschette?
Die einfachste Methode ist das Stülpen über eine Flasche mit weitem Boden oder eine große Dose Ananas.
Wie im wahren Leben muss auch in dieser Situation ein wenig Geduld aufgebracht werden. Wenn die Manschette einige Tage über der Dose gedehnt wurde, sollte die passende Größe erreicht worden sein.
Achtung beim Neopren: Ist es einmal zu weit gedehnt, zieht es sich nicht wieder zusammen.
Welche Risiken gibt es beim Dehnen der Halsmanschette?
Den größten Fehler, den du beim Dehnen machen kannst, ist der Einsatz von einem Kochtopf. Sicherlich würdest du ein ansehnliches Ergebnis erreichen und keine Probleme mehr an der Halsmanschette haben.
Leider würdest du aber auch die Dehnfähigkeit der Manschette durch zu starkes Dehnen ausschalten. Der Kochtopf sollte lieber im Küchenschrank verbleiben.
Dies kann übrigens auch bei vorsichtigem Dehnen passieren. Wer dehnt, sollte entsprechend vorsichtig vorgehen.
2. Halsmanschette aufschneiden (nur bei Latex)
Das gilt ausdrücklich nur für Latex. Eine Neoprenmanschette darfst du nicht kürzen: Der Dichteffekt entsteht dort durch die glatte, versiegelte Innenfläche, und die ist nach dem ersten Schnitt weg. Eine angeschnittene Neoprenmanschette saugt sich voll und lässt Wasser durch. Zu enges Neopren wird gedehnt oder ausgetauscht, nicht geschnitten.
Beim Latex ist es durchaus möglich, den ersten, vielleicht auch den zweiten Ring der Manschette aufzuschneiden.
Jedoch solltest du hierbei vorsichtig vorgehen, um die verbleibende Manschette nicht zu schädigen. Grundsätzlich solltest du beim Schneiden lieber einmal mehr ausprobieren, ob sich die Manschette nun besser am Hals anfühlt.
Denke daran, dass alles, was du abschneidest, unwiderruflich verloren ist.
Um sich nicht zu verschneiden, ist es sinnvoll, sich für diesen Vorgang Unterstützung zu holen. Einer hält die Manschette stramm, sodass der andere einen glatten Schnitt durchführen kann.
Dies ist notwendig, damit es nicht zu Ausfransungen des neuen Randes kommt. Denn sie können dazu führen, dass Wasser eindringt. Ein Szenario, das natürlich vermieden werden muss.
Wer sich alleine ans Werk machen möchte, kann ein PVC-Rohrstück nutzen. Die Manschette wird über das PVC gezogen. So ist es bereits gespannt und kann nicht verrutschen.
Welche Risiken gibt es beim Aufschneiden der Halsmanschette des Trockenanzuges?
Grundsätzlich soll die Halsmanschette eines jeden Trockenanzuges eng, aber nicht zu eng sitzen. Das Eindringen von Wasser muss verhindert werden, ohne den Träger des Anzuges durch die festsitzende Manschette einzuengen.
Wer die enge Halsmanschette durch Einschneiden des Materials weiten möchte, sollte extrem vorsichtig vorgehen, damit der Trockenanzug keinen Schaden nimmt. Was erst einmal abgeschnitten wurde, kann nicht wieder angeklebt werden!
Fazit
Es gibt verschiedene Optionen, aus denen du auswählen kannst. Sie alle sind effektiv und können dir helfen, die Halsmanschette des Trockenanzuges zu weiten, sodass er sich wieder angenehm tragen lässt.
Bevor du allerdings zu viel an deinem Trockenanzug herumexperimentierst, solltest du dir stets vor Augen halten, dass das Weiten oftmals auch ganz von alleine vor sich geht. Trage den Anzug einige weitere Male, bevor du voreilig Hand angelegt hast.
Und solltest du dir die eigenständige Reparatur nicht zutrauen, ist dies auch kein Problem. Jeder Tauchshop erledigt das, und wenn die Manschette ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer ist, lohnt sich gleich der komplette Austausch. Ein neuer Latexhals kostet inklusive Einbau je nach Werkstatt ungefähr 60 bis 120 Euro, also einen Bruchteil eines neuen Anzugs. Wie lange die Teile normalerweise halten, steht im Artikel zur Haltbarkeit von Trockenanzügen.
Mit dieser Entscheidung gehst du immer auf Nummer sicher.
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