Kennst du die Kennzeichnungspflicht für SUP Boards?
Hast du Angst vor Verlust oder Diebstahl deines SUP Boards?
Möchtest du wissen, wie du dein SUP Board optimal beschriftest?
In diesem Artikel zeigen wir dir die 4 besten Methoden, um dein SUP Board zu beschriften.
Das ist an manchen Gewässern nicht nur sinnvoll, sondern vorgeschrieben. Am Bodensee gilt nach der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung: SUPs, Schlauchboote und Segelsurfbretter müssen Namen und Anschrift des Eigentümers tragen.
Warum sollte man ein SUP Board beschriften?
Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, dein SUP Board mit deinen Daten zu beschriften.
Hier erläutere ich dir die wichtigsten:
1. Kennzeichnungspflicht
Die Kennzeichnung des SUP Boards mit Namen und Anschrift des Eigentümers ist am Bodensee Pflicht, und die Wasserschutzpolizei kontrolliert das auch. Wer ohne Kennzeichnung unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Am Bodensee kommt eine zweite Regel dazu, die viele Paddler nicht kennen: Außerhalb der 300-Meter-Uferzone muss ein Rettungsmittel nach EN ISO 12402-5 mitgeführt oder getragen werden. Das ist die Norm für Schwimmhilfen mit 50 Newton Auftrieb, wie du sie in unserem Vergleich der SUP Schwimmwesten findest. Eine Schwimmboje erfüllt diese Norm nicht.
Welche Regeln sonst noch gelten, steht in unserer Übersicht der SUP Regeln und speziell für den See im Artikel zum SUP fahren am Bodensee.
2. Verlust oder Diebstahl
Es könnte vorkommen, dass du dein Board unglücklicherweise mal irgendwo vergisst oder es im schlimmsten Fall auf dem Wasser verlierst, z.B. nach einem Sturz ins Wasser ohne Leash (Sicherungsleine).
Durch die Beschriftung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit enorm, dass du dein geliebtes Board wiederbekommst. Der Finder kann dich dann einfach kontaktieren.
Wenn du dein Board direkt und unauslöschbar beschriftest, wird es zusätzlich für Diebe uninteressant. Hochwertige Boards können eine Stange Geld kosten und sind dementsprechend für Langfinger attraktiv.
Wenn deine Daten deutlich auf dem Board stehen, ist es für die meisten Diebe nicht mehr zu gebrauchen.
Allerdings kannst du das Board dann auch wesentlich schlechter weiterverkaufen. Du solltest dir also sicher sein, dass das SUP Board in deinem Besitz bleibt, bevor du es auf der Oberfläche permanent beschriftest.
Ebenfalls sollte klar sein, dass du ein Board mit deinen Daten wahrscheinlich nicht mehr umtauschen kannst.
3. Notfall-Situationen
Natürlich steht der Spaßfaktor beim Stand-Up-Paddling immer an erster Stelle, trotzdem musst du leider bei jeglichem Wassersport auch das Worst-Case-Szenario bedenken.
Solltest du in eine Notfallsituation geraten, kann es vorkommen, dass du dich nicht mehr zu deiner Person äußern kannst (Bewusstlosigkeit, Unterkühlung etc.). Die Retter haben dann durch die Beschriftung die Möglichkeit, dich zu identifizieren.
Wenn ein SUP Board ohne Paddler auf oder an einem Gewässer gefunden wird (z.B. durch Beamte der Wasserschutzpolizei etc.), muss selbstverständlich immer ein Unfall in Betracht gezogen werden.
Falls dein Board detailliert beschriftet ist, kann man dich kontaktieren und somit sicherstellen, dass evtl. keine umfangreichen Rettungsmaßnahmen erforderlich sind.
Im Zweifelsfall besteht sogar die Möglichkeit, dass du, bei fehlender Beschriftung, die hohen Kosten einer unnötigen Suchmaßnahme übernehmen musst.
Was auf das Board gehört, und was besser nicht
Die Kennzeichnungspflicht am Bodensee verlangt Namen und Anschrift. Für den Notfall ist eine Telefonnummer der wichtigste Eintrag überhaupt, denn nur damit kann die Polizei ein treibend gefundenes Board in zwei Minuten klären, statt eine Suche auszulösen.
Beim Rest lohnt ein Moment Nachdenken. Deine vollständige Wohnanschrift steht auf dem Board für jeden lesbar, der am Steg vorbeigeht, und sie sagt zusammen mit einem teuren Board auch, dass gerade niemand zu Hause ist. Wo keine Kennzeichnungspflicht gilt, reichen deshalb Vorname, Nachname und Handynummer völlig aus. Wo sie gilt, gehört die Anschrift hin, dann aber möglichst an eine Stelle, die man beim Transport nicht von Weitem liest, etwa auf die Unterseite nahe der Finne.
Und eine Einschränkung, die alle vier folgenden Methoden betrifft: Ein Anhänger am D-Ring erfüllt die Pflicht nur, solange er dranhängt. Wo die Kennzeichnung vorgeschrieben ist, ist die dauerhafte Beschriftung des Boards die sichere Variante, das Schildchen die bequeme.
Ein SUP Board beschriften: 4 Methoden im Überblick
Es gibt unzählige Möglichkeiten dein SUP Board zu beschriften, hier findest du eine Auswahl der beliebtesten Methoden:
Methode #1: SUP Board mit einem wasserfesten Stift beschriften
Im Handel gibt es zahlreiche wasserfeste Stifte, mit denen du dein Board beschriften kannst. Am besten wählst du hierfür kein allzu dünn schreibendes Modell, damit man die Angaben problemlos lesen kann.
Stell bei der Auswahl sicher, dass der Stift für Kunststoff und allem voran für PVC (Hauptmaterial der allermeisten SUP Boards) geeignet ist.
Wenn du kreativ begabt bist, kannst du selbstverständlich versuchen deine Daten passend zum Design deines Boards zu gestalten.
Die wasserfesten Stifte gibt es in vielen verschiedenen Farben und mit etwas Talent, kannst du dein Board gleichzeitig in ein Unikat verwandeln.
Wir empfehlen einen wasserfesten Stift, wie z.B. diesen:
Drei Dinge entscheiden darüber, ob die Schrift hält. Erstens: nicht auf das Deckpad schreiben. Das weiche EVA saugt die Tinte auf, die Schrift verläuft und ist nach zwei Touren unlesbar. Die glatte PVC-Fläche am Rand oder auf der Unterseite hält deutlich besser. Zweitens: die Stelle vorher entfetten, ein Spritzer Spülmittel und ein trockenes Tuch reichen, sonst perlt die Tinte auf Sonnencreme- und Silikonresten ab. Drittens: einmal im Jahr nachschauen. Auch wasserfeste Tinte bleicht unter UV aus, und eine verblasste Nummer nützt im Notfall niemandem.
Der Vorteil der direkten Beschriftung ist der geringe, kostengünstige Aufwand. Des Weiteren ist diese Art der Beschriftung kaum rückgängig zu machen und das Board ist somit relativ uninteressant für Diebe.
Der Nachteil besteht darin, dass du das Board schlecht weitergeben bzw. verkaufen kannst und eine Rückgabe oder Umtausch beim Händler ggf. nicht mehr möglich ist.
Auch im Falle einer (Adress-) Änderung ist die Methode der permanenten Beschriftung weniger geeignet.
Methode #2: Ein Dog-Tag (Hundemarke bzw. Plakette) am SUP Board anbringen
Wer schon mal einen Hollywood Kriegsfilm gesehen hat oder selbst beim Militär war, kennt diese kleinen Metallplaketten bestimmt. Auch bei Soldaten haben die kleinen Blechanhänger den Zweck der Identifikation.
Es gibt zahlreiche Hersteller, die diese sogenannten Dog-Tags mit deinen Daten prägen und dir, für relativ kleines Geld und innerhalb kürzester Zeit, zuschicken. Du hast dabei die Wahl zwischen verschiedenen Materialien und Designs.
Du kannst ein Dog Tag, wie z.B. von diesem Anbieter nutzen:
Um das kleine Schildchen an deinem SUP Board anzubringen, kannst du einfach ein Stück Schnur oder einen Kabelbinder verwenden, manchmal ist auch schon ein kleines Kettchen im Lieferumfang enthalten.
Ein Gummiband ist auch sehr gut geeignet, damit reißt nichts ab, falls du doch mal irgendwo hängen bleibst.
Die beste Stelle um das Dog-Tag an deinem SUP Board zu befestigen sind vorhandene D-Ringe, z.B. der, an dem du die Leash (Sicherungsleine) einhängst. Alternativ eignet sich hierfür aber auch das Gepäcknetz oder eine Trageschlaufe.
Auf der Standfläche bzw. in unmittelbarer Nähe dazu, solltest du die Plakette allerdings nicht anbringen, du könntest dich ansonsten daran verletzen!
Der Nachteil ist derselbe wie bei jedem Anhänger: Was angebunden ist, kann abreißen, und ausgerechnet in dem Moment, in dem das Board allein auf dem Wasser treibt, hängt es womöglich nicht mehr dran. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert das Schildchen mit einer kleinen, unauffälligen Handynummer auf der Unterseite.
Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Beschriftung nicht dauerhaft auf dem Board ist.
Somit kannst du flexibel reagieren, wenn sich deine Daten ändern oder du dein Board auch mal verleihen möchtest. Diebe werden allerdings von dem kleinen Schild sicher weniger abgeschreckt.
Methode #3: Einen Aufkleber auf dem SUP Board anbringen
Für diesen Zweck bieten die bekannten Hersteller (Tesa, UHU, Zweckform etc.) spezielle Klebeetiketten an. Wie z.B. diese hier:
Die Etiketten sind wasserfest (sogar bei Salzwasser), UV-beständig, äußerst robust und verfügen über eine sehr starke Haftung. Um sie zu beschriften, kannst du einfach einen wasserfesten Stift benutzen oder sie mit einem Laserdrucker nach Belieben gestalten.
Du kannst natürlich auch bei einem professionellen Druckservice (Print-on-Demand Shop) deinen individuell passenden Aufkleber designen und bestellen. Deiner Gestaltungsmöglichkeit sind hierbei kaum Grenzen gesetzt, allerdings sind Aufträge in geringer Stückzahl auch etwas teurer.
Für welche Art von Aufkleber du dich entscheidest, bleibt dir überlassen. Wähle ihn aber nicht allzu klein, damit man deine Daten auch gut lesen kann und achte auf eine hohe UV- und (Salz-) Wasserbeständigkeit! Bringe den Aufkleber am besten auf einer freien und gut sichtbaren Stelle der Board-Oberfläche an, und zwar auf glattem PVC, nicht auf dem Deckpad. Auf der genoppten Oberfläche des Pads findet kein Kleber genug Fläche, dort löst sich jedes Etikett nach kurzer Zeit von selbst. Auch hier gilt: Untergrund vorher sauber und trocken, dann den Aufkleber ein paar Minuten fest andrücken.
Methode #4: SUP Tag anbringen
SUP Tags sind kleine bedruckte Karten, die einerseits ein Logo und andererseits deine Kontaktdaten enthalten.
Prinzipiell kannst du auch mit einfachsten Mitteln ein SUP Tag mit deinen Daten basteln.
Bei der Materialauswahl musst du nur darauf achten, dass alles wasserfest ist und keine scharfen Kanten hat, um dich und das Board nicht zu verletzen. Dickere Folien jeder Art eignen sich hervorragend.
Vielleicht besitzt du ja ein Laminiergerät. Dann kannst du deine Angaben einfach ausdrucken, einlaminieren und das entstandene Schild mit Kabelbinder, einem Stückchen Schnur oder einem Gummiband am Board befestigen.
Oder nimm einfach eine sogenannte Klarsichthülle (Dokumentenhülle), schneide sie passend zu und beschrifte sie wasserfest. Löcher zum Befestigen sind an diesem Material bereits vorhanden.
Eine weitere, robuste Möglichkeit bieten dir die PVC-Streifen, die oft als Teil des sogenannten Repairkits im Lieferumfang des Boards enthalten sind.
Meistens sind diese sogar farblich passend. Schneid dir ein kleines Stück davon ab, schreibe deine Daten mit einem geeigneten Stift drauf und mach es am Board fest.
Deiner Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt und du musst nicht immer gleich Geld für professionelle Lösungen ausgeben. Schau dich um, welche geeigneten Materialien du sowieso schon hast und nutze sie!
FAQ
Aber auch sonst ist es grundsätzlich sinnvoll, dein SUP Board zu beschriften, um es vor Verlust und Diebstahl zu schützen.
Um die Kennzeichnungspflicht zu erfüllen, reicht in den meisten Fällen die Angabe des vollständigen Namens und der Anschrift aus. Um aber möglichst alle genannten Situationen abzudecken, empfehle ich dir die Beschriftung deines SUP Boards mit folgenden Angaben:
- Name und Adresse
- Telefonnummer bzw. Mobilfunknummer
- evtl. Angabe eines sogenannten Notfall-Kontakts inkl. Mobilfunknummer
Je detaillierter deine Angaben sind, umso besser sind alle erdenklichen Notfallsituationen abgedeckt. Die Telefonnummer ist dabei der wichtigste Eintrag, weil sie im Ernstfall am schnellsten weiterhilft.
Was du dabei nicht nehmen solltest, ist Aceton oder Nagellackentferner. Das greift das PVC an und hinterlässt eine matte, klebrige Stelle, die schlimmer aussieht als die Schrift. Und probier jedes Mittel zuerst an einer Stelle aus, die niemand sieht, etwa unter dem Gepäcknetz.
Fazit
Dein SUP Board zu beschriften ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Zum einen ist die Kennzeichnung an immer mehr Gewässern vorgeschrieben, zum anderen erhöht die Beschriftung deine Absicherung im Notfall.
Sollte dir dein Board abhandenkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit es problemlos wiederzubekommen.
Zu guter Letzt schreckt ein deutlich gekennzeichnetes SUP Board mit Sicherheit den ein oder anderen (Gelegenheits-) Dieb ab. Welche Methode für dich die beste ist, musst du letztendlich selbst entscheiden!
Kommentare
In erster Linie wird die Kennzeichnung verlangt, damit der Besitzer eines Boards schnell gefunden werden kann, wenn ein Board aufgefunden wird.
Es geht darum, zu entscheiden, ob eine Suchaktion durchgeführt werden soll.
Kann nicht festgestellt werden, dass der Paddler lebt, weil erreichbar, dann ist die Behörde verpflichtet, eine Suchaktion zu starten.
Kennzeichnung der Boards: Ich sehe den Datenschutz ausgehebelt und bin davon überzeugt, dass die Verordnung bei einer Klage gekippt werden muss. Kein Mensch am Strand muss meine Daten lesen können, kein Auto und kein Boot benötigen das „in dieser Form“. Ich werde das Board mit den Informationen als QR Code im Bereich des Ventils zum Aufkleben mit wasserfester Folie.
Hey Günter,
Da könntest du mit deiner Argumentation durchaus Recht haben. Wir können eben nur auf die Gesetzeslage hinweisen!
Mach das ruhig so, ist ja so aber auch nicht ausgeschlossen, dass jemand am Strand einfach den QR-Code scannt…dann hat er deine Daten leider auch 😉
Viele Grüße,
Benjamin
Hallo!
Kann ich es denn auch mit Motiven/ Stickern bekleben oder schadet das dem Material. Und wenn ja, welche sind dafür geeignet?
Hallo Sab,
Prinzipiell ist das möglich, du musst halt darauf achten, dass sie wasser- und wetterfest (UV-beständig) sind. PVC-Etiketten und -Sticker sind hierfür gut sehr gut geeignet, da es das gleiche, robuste Material wie das der Außenhülle des Boards ist.
Viele Grüße,
Benjamin
Es gibt über die Seenotretter selbstklebende Beschriftungen für Boards aller Art.
Hallo Romano,
Super Tipp, danke dafür!
Viele Grüße,
Benjamin
Vielen lieben Dank für den klasse Hinweis
👍 Freut mich, dass dir der Hinweis weiterhelfen konnte.
Viele Grüße
Benjamin
Kannst du auch mal den Link einstellen?
Ich finde dort leider keine selbstklebenden Beschriftungen.
Hallo Jörg,
Ich glaube Romano meinte die Sticker für Kitesurfer…die findest du hier!
Viele Grüße,
Benjamin