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Blog Jenny WauMaMa.de Interview: „Hunde aufs SUP kriegen“

Der schwierigste Teil beim Paddeln mit Hund ist nicht das Paddeln, sondern der Moment davor: Der Hund soll freiwillig auf ein Brett steigen, das schwankt.

Jenny bloggt auf WauMaMa über ihr Leben mit Kindern und Hunden und hat mehrere Hunde nacheinander ans Board gewöhnt. Im Interview erzählt sie, welche Übungen an Land dabei helfen und warum Druck genau das Gegenteil bewirkt.

Zum Einordnen: Das Gespräch stammt aus dem Juni 2018. Unten steht, was sich seither an der Ausrüstung getan hat.

Wie bist du auf SUP und auf Stand Up Paddling mit deinen Hunden gekommen?

Wir hatten meine alte Hündin Jill vor ein paar Jahren mit zum Kanufahren. Das hat super geklappt.

Ich selber kenne Stand Up Paddling bereits seit vielen Jahren, weil ich mal eine Weile auf Teneriffa gelebt habe. Dort hatte ich früher schon mal die Gelegenheit, es auszuprobieren.

Jenny mit ihrem Hund auf dem SUP Board bei ruhigem Wasser

Irgendwann habe ich hier in der Nähe ein Surfboard ergattern können, das eigentlich zum Windsurfen gedacht war und hab es mit Hund einfach mal ausprobiert.

Es hat uns beiden Spaß gemacht und bot für mich die perfekte Gelegenheit, den Hund in das Hobby mit einzubinden.

Alle nachfolgenden Hunde wurden und werden nach und nach an das SUP gewöhnt.

Wie hast du deine Hunde aufs Board bekommen?

Den Ersten ganz einfach!

Ich habe sie gebeten, mit aufzusteigen und sie kam drauf.

Das lag allerdings daran, dass wir damals bereits ein paar Jahre als Team durch die Welt gestiefelt sind und schon ein Vertrauensverhältnis aufgebaut war.

Jenny paddelt im Neopren mit ihrem Hund auf dem Weser-Ems-Kanal

Bei allen anderen hab ich Stück für Stück angefangen zu üben, sie über Hürden und wackelige Sachen zu schicken und irgendwann hab ich mich aufs Board gesetzt und sie mit Futter drauf gelockt.

Kannst du bestimmte Trockenübungen empfehlen?

Ja, kann ich. Die sind übrigens nicht nur gut für das SUP Fahren mit dem Hund, sondern auch für die allgemeine Teambildung und das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier.

Schickt eure Hunde einfach immer wieder in unbekannte Situationen, leitet sie hindurch und verschafft ihnen die Erfahrung, dass sie euch und euren Anweisungen vertrauen können.

Das kann sein, dass ihr sie in eine Schubkarre springen lasst, durch ein Bällebad oder einen Tunnel schickt oder das Board (bitte nur das Hardboard) auf Stühle aufbockt und sie schon mal draufspringen lasst.

Hund sitzt vorn auf dem SUP Board, Jenny steht dahinter am Paddel

Je öfter der Hund die Erfahrung macht, dass nichts passiert, wenn er die Anweisungen seines Herrchens befolgt, sondern dass sein Herrchen ihn souverän durch fremde Situationen führt, desto einfacher wird es mit dem SUP.

Hilfreich sind auch Sportarten, die auf ähnliche Situationen aufbauen, wie Agility oder Mobility.

Was ist dein bester Tipp, wenn es einfach nicht klappt mit dem Hund auf dem Brett?

GEDULD. Das A und O, wenn man mit seinem Hund aufs Wasser will, ist Geduld. Man muss es einfach immer und immer wieder versuchen. Manchmal dauert es eben länger.

Buster, unser wasserscheuer Rüde, ist jetzt nach 1,5 Jahren das erste Mal geschwommen.

Wer zu früh aufgibt oder Druck aufbaut, wird den Hund nicht stabil aufs Wasser bekommen. Denn nur ein Hund, der auch freiwillig auf dem Board steht, steht dort stabil und sicher.

Danke für das Interview!

Jennys Blog WauMaMa gibt es weiterhin. Dort schreibt sie über ihre Kinder, ihre Hunde und alles, was das Familienchaos mit sich bringt.

Was sich seit dem Interview geändert hat

Jenny rät bei der Trockenübung ausdrücklich zum Hardboard, und das gilt weiter: Ein aufgebocktes Brett, auf das der Hund springen soll, muss steif sein und darf nicht wegkippen.

Auf dem Wasser hat sich das Bild dagegen gedreht. Aufblasbare Boards haben heute in aller Regel ein vollflächiges, weiches Deckpad, und genau das ist für Hunde der entscheidende Punkt: Die Krallen finden Halt, das Material verzeiht sie, und ein Sturz gegen die weiche Kante tut niemandem weh. Auf einem Hardboard mit blanker Lackfläche und nur einem kleinen Pad unter den Füßen rutscht ein Hund dagegen bei jeder Bewegung. Wer beides zur Wahl hat, nimmt fürs Paddeln mit Hund das breite iSUP.

Drei Dinge, die vor der ersten Ausfahrt geklärt sein sollten

Der Wiedereinstieg. Der Hund geht irgendwann ins Wasser, freiwillig oder nicht. Das Zurückkommen aufs Board übt man im flachen, warmen Wasser, bevor man auf Tour geht. Größere Hunde zieht man am besten am Griff des Geschirrs an der Seite des Boards hoch, nicht über das Heck.

Keine Leine zwischen Hund und Board. Eine Leine, die am Board festgemacht ist, kann den Hund unter Wasser festhalten. Die eigene Leash bleibt am Bein des Paddlers, der Hund bleibt frei.

Eine Weste, wenn es tiefer wird. Auch ein sicherer Schwimmer wird müde. Eine Hundeschwimmweste mit Rückengriff hilft vor allem beim Hochheben zurück aufs Board.


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