Bluefin Premium Carbon 2-in-1 Paddel Test
Wer sein Board mit einem Sitz zum Kajak umbaut, steht anschließend mit dem falschen Paddel am Ufer. Im Sitzen paddelt es sich mit einem Stechpaddel mühsam, und zwei komplette Paddel mitzunehmen ist auch keine Lösung.
Das Premium Carbon Paddel von Bluefin geht den Weg über ein zweites Blatt: Griff heraus, Blatt hinein, aus dem SUP Paddel wird ein Doppelpaddel.
99,99 Euro kostet das vierteilige Paddel. Es ist das teuerste im Bluefin-Zubehör und gleichzeitig das einzige mit Carbonschaft.
In diesem Testbericht erfährst du, was der Carbonschaft im Alltag wirklich bringt, warum die Blätter trotzdem aus Nylon sind und für wen sich der Aufpreis gegenüber den Alu- und Fiberglaspaddeln lohnt.
Die Besonderheiten des Premium Carbon Paddels
Der Schaft trägt den Preis. Carbon ist steifer als Aluminium, und Steifigkeit ist beim Paddeln der Unterschied zwischen einem Zug, der das Board bewegt, und einem Zug, bei dem sich zuerst das Material verwindet.
Blätter und Griff bestehen aus verstärktem Nylon. Das ist kein Sparen an der falschen Stelle, sondern eine bewusste Entscheidung: Ein Nylonblatt verträgt Kontakt mit Kies, Steg und Bootsrumpf, ein Carbonblatt nimmt so etwas übel. Ein Paddel, das im Flachwasser regelmäßig aufsetzt, ist mit Nylon besser bedient.
Der eigentliche Trick ist das zweite Blatt. Es sitzt dort, wo im SUP-Modus der Griff steckt, und macht aus dem Stechpaddel ein doppelseitiges Kajakpaddel. Werkzeug brauchst du dafür nicht.
Die vierteilige Bauweise ist der zweite Unterschied zu den dreiteiligen Paddeln im Programm. Vier Teile bedeuten ein kürzeres Packmaß, das quer in eine Boardtasche und in einen Rucksack passt. Sie bedeuten aber auch eine Steckverbindung mehr.
Daten & Fakten
- Verwendung: SUP Paddel und Kajak-Doppelpaddel in einem
- Teile: 4
- Schaft: Carbon
- Blätter: verstärktes Nylon, zwei Stück
- Griff: verstärktes Nylon, abnehmbar
- Länge: verstellbar
- Kajakumbau: ja, über das zweite Blatt, ohne Werkzeug
- Garantie: ein Jahr auf Bluefin-Zubehör
- Preis: 99,99 Euro
Features
- Carbonschaft, der einzige im Bluefin-Zubehör
- zweites Blatt für den Umbau zum Doppelpaddel
- vierteilig, also kurzes Packmaß für Reise und Kofferraum
- verstärkte Nylonblätter, unempfindlich gegen Grundkontakt
- Länge an die Körpergröße anpassbar, für SUP und Kajak getrennt
- spürbar leichter Schaft, das zahlt sich auf langen Touren aus
- ein Paddel für zwei Fahrweisen, kein zweites im Auto
- Blätter aus Nylon halten Grundkontakt aus
- vier Teile passen in jede Boardtasche
- Umbau ohne Werkzeug
- teuerstes Paddel im Programm, fast das Doppelte des Cruise Drive
- Blätter sind Nylon, nicht Carbon, das Gesamtgewicht sinkt also nur zum Teil
- vier Teile bedeuten eine Steckstelle mehr, die gepflegt werden will
- das zweite Blatt fährt bei jeder reinen SUP-Tour ungenutzt mit
- Bluefin nennt weder Gewicht noch Verstellbereich in Zahlen
Die Nutzung des Premium Carbon Paddels in 3 einfachen Schritten erklärt (Gebrauchsanweisung)
Der Aufbau dauert weniger als eine Minute, wenn die Reihenfolge stimmt.
- Die Schaftteile ineinander stecken, bis die Druckknöpfe hörbar einrasten. Sand in der Steckstelle ist der häufigste Grund dafür, dass sich ein Paddel später nicht mehr zerlegen lässt, deshalb vorher kurz abspülen oder ausblasen.
- Für den SUP-Modus den Griff oben aufsetzen, die Länge einstellen und die Klemme schließen. Als Ausgangspunkt nimmst du rund 20 cm über deiner Körpergröße und korrigierst nach den ersten Zügen.
- Für den Kajak-Modus den Griff abnehmen und stattdessen das zweite Blatt aufstecken. Das Paddel wird dabei kürzer eingestellt, weil du im Sitzen deutlich tiefer über dem Wasser bist.
Der Praxis-Test: Das Premium Carbon Paddel auf dem Prüfstand
Der Unterschied zum Aluminiumpaddel fällt sofort auf, sobald man beide nacheinander in die Hand nimmt. Das Carbonpaddel steht ruhiger in der Hand, und der Zug beginnt ohne die kurze Verzögerung, mit der sich ein weicher Schaft erst durchbiegt.
Auf kurzen Runden ist das ein Komfortgewinn und mehr nicht. Auf einer längeren Tour wird daraus ein spürbarer Unterschied bei der Ermüdung der Schultern.
Der Umbau zum Doppelpaddel funktioniert genau so schnell, wie es die Beschreibung verspricht. Wer ihn auf dem Wasser macht, sollte das erste Mal im flachen Wasser üben, denn ein losgelassenes Blatt sinkt.
Die Nylonblätter sind schwerer als Carbonblätter, das relativiert den Gewichtsvorteil des Schafts. Dafür haben sie nach Kontakt mit Steinen nur Kratzer statt Absplitterungen.
Einsatzgebiete
Der klare Fall für dieses Paddel ist die Kombination aus Board und Kajaksitz. Wer beides fährt, spart sich mit dem zweiten Blatt ein komplettes zweites Paddel und den Platz dafür im Auto.
Der zweite Fall ist die Reise. Vier Teile passen in eine Boardtasche und in den meisten Fällen auch ins Fluggepäck, ohne dass ein Sperrgepäckzuschlag fällig wird.
Wer ausschließlich im Stehen paddelt und nie umbaut, fährt mit dem Cruise Drive Paddel günstiger. Es hat einen Fiberglasschaft, ist dreiteilig und kostet 54,99 Euro.
Geht es dir vor allem um ein kleines Packmaß und weniger um das Gewicht, ist das Cruise Reisepaddel mit Aluminiumschaft die günstigere Antwort.
Alle von uns getesteten Modelle findest du in der Übersicht unter SUP Paddel, die passenden Boards dazu auf der Markenseite von Bluefin.
Verarbeitung
Der Schaft ist sauber gewickelt und hat keine Grate an den Steckenden. Die Klemme schließt fest, ohne dass man die Hand verkanten muss.
Griff und Blätter aus verstärktem Nylon wirken robuster als der Preis vermuten lässt. Das ist Absicht: Der teure Teil des Paddels ist der Schaft, und der kommt nicht mit dem Grund in Berührung.
Die Druckknöpfe sitzen stramm. Nach ein paar Ausfahrten laufen sie leichter, ohne dabei Spiel zu bekommen.
Auf Zubehör gibt Bluefin ein Jahr Garantie.
Anschaffungskosten
99,99 Euro sind für ein Carbonpaddel wenig. Vollcarbon-Paddel mit Carbonblatt liegen meist deutlich höher, kosten dafür aber jede Berührung mit dem Grund.
Gegenüber dem Cruise Drive für 54,99 Euro zahlst du 45 Euro Aufpreis. Der lohnt sich, wenn du regelmäßig länger als eine Stunde unterwegs bist oder ohnehin einen Kajaksitz nutzt.
Wer zwei- bis dreimal im Jahr eine Runde dreht, merkt den Unterschied kaum und ist mit dem beiliegenden Paddel des Boards weiterhin gut bedient.
FAQ
In diesem Teil des Tests beantworte ich noch einige häufig gestellte Fragen zum Premium Carbon Paddel und allgemein zum Thema.
Wenn bei dir darüber hinaus noch weitere individuelle Unklarheiten bestehen, kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir versuchen immer, dir möglichst schnell weiterzuhelfen!
Fazit
Das Premium Carbon Paddel ist das Paddel für alle, die viel und lange unterwegs sind und ihr Board zwischendurch zum Kajak umbauen.
Für 99,99 Euro bekommst du einen steifen, leichten Schaft und ein zweites Blatt, dafür Blätter aus Nylon statt aus Carbon.
Wer nur im Stehen paddelt und selten länger als eine Stunde, ist mit dem Cruise Drive besser bedient und legt das gesparte Geld in eine Tasche.




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