Nein. Auf Binnenschifffahrtsstraßen darfst du mit einem SUP Board nicht durch eine Schleuse fahren. Das gilt seit dem 10. August 2018 und ist bundesweit einheitlich geregelt.
Wir zeigen dir unten, worauf sich das Verbot genau stützt, für welche Gewässer es gilt, und wie du eine Schleuse auf deiner SUP Tour stattdessen umgehst.
Zum Einordnen: Die Rechtslage haben wir im August 2026 an den Veröffentlichungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes geprüft. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung, und für Gewässer außerhalb der Bundeswasserstraßen gelten die Regeln des jeweiligen Bundeslandes.
Dürfen Stand Up Paddler Schleusen nutzen?
Nein. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, die seit dem 10. August 2018 gilt. Sie steht nicht im Binnenschifffahrtsaufgabengesetz, wie gelegentlich zu lesen ist, sondern ist eine eigene Anordnung der Behörde.
Verboten ist danach das Schleusen von Gegenständen, auf denen kein sitzender Aufenthalt möglich ist, die keine Festmacheeinrichtung haben und die über keine Absturzsicherung gegen das Überbordgehen verfügen. Die Verwaltung nennt in ihrer eigenen Erläuterung auf ELWIS ausdrücklich Stand-Up-Paddle-Boards als Beispiel.
Ein SUP Board erfüllt alle drei Merkmale: Man steht darauf, es gibt nichts zum Festmachen an der Schleusenwand, und es gibt nichts, was einen Sturz ins Wasser verhindert. Genau darin liegt die Gefahr, denn beim Füllen und Leeren einer Schleusenkammer entstehen erhebliche Verwirbelungen, und ein Paddler im Wasser ist zwischen Schiffswand und Schleusenmauer kaum noch zu sehen.
Wichtig und oft übersehen: Aus dem Verbot folgt kein Recht, den Schleusenbereich zu Fuß zu betreten. Die Behörde stellt das ausdrücklich klar. Du darfst also nicht einfach über das Betriebsgelände der Schleuse umtragen, sondern brauchst einen Weg außerhalb.
Außerhalb der Bundeswasserstraßen gilt die Allgemeinverfügung nicht. Dort entscheiden die Länder, teilweise auch der Betreiber der Anlage. Erlaubt heißt aber nicht ungefährlich: Die Gründe, die zum Verbot geführt haben, gelten an einer Landesschleuse genauso.
Wie geht man als Stand Up Paddler mit Schleusen um?
Umtragen ist die einzige zulässige Möglichkeit, an einer Schleuse vorbeizukommen. Drei Schritte in der Vorbereitung sparen dir vor Ort viel Ärger.
Erstens: Prüfe, ob dein Gewässer eine Bundeswasserstraße ist. Alle Binnenwasserstraßen des Bundes stehen in Anlage 1 zum Bundeswasserstraßengesetz. Steht dein Fluss oder Kanal dort, gilt das Verbot.
Zweitens: Schau nach, wo die Schleusen auf deiner Strecke liegen und ob es dort einen Umtrageweg gibt. Die Schleuseninformationen der WSV nennen Lage und Betriebszeiten der Anlagen. Ob ein Umtrageweg existiert, steht dort allerdings nicht, dafür sind die Reviersammlungen der Paddelverbände die bessere Quelle.
Drittens: Nutze eine Revierdatenbank. Der Deutsche Kanu-Verband pflegt Befahrungsregelungen und Ein- und Aussetzstellen für die deutschen Gewässer, in der App „canua“ und auf seinen Seiten. Gerade an kleineren Flüssen findest du dort Hinweise auf Umtragestellen, die auf keiner Karte stehen. Welche Apps sich dafür sonst noch eignen, haben wir in unserer Übersicht der besten SUP Apps zusammengestellt.
Damit die Füße nicht unter ungünstigen Bedingungen leiden müssen, solltest du auf jeden Fall Schuhe im Gepäck haben. Geäst oder kleine Steine können das Umtragen schmerzhaft machen.
Zudem hast du mit Schuhen auch besseren Halt und bist zusätzlich vor Schmutz geschützt. Wenn du viel Gepäck dabeihast, trägst du das am besten einzeln um.
Aber nicht vergessen, das Board vorher sicher zu befestigen, wenn nicht gleich schon vorher aus dem Wasser zu holen. Sonst schleust es ohne dich, was es nicht weniger verboten macht.
Auch dort, wo das Schleusen für Paddler noch erlaubt ist, ist Umtragen fast immer die bessere Wahl. Eine Schleusung dauert je nach Anlage und Wartezeit schnell eine halbe Stunde, umtragen bist du meist in wenigen Minuten. Und jede zusätzliche Schleusung verbraucht Wasser aus der oberen Haltung, was in trockenen Sommern längst kein Randthema mehr ist.
Falls du an einer Schleuse doch einmal ins Wasser gerätst: Halte dich vom Schiff und von den Toren fern, schwimme zur Leiter oder zur Nische in der Kammerwand und mach dich bemerkbar. Wie du im Wasser reagierst, wenn etwas schiefgeht, erklären wir ausführlich in unseren Sicherheitstipps fürs SUP.
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