Stand Up Paddling ist auf dem Königssee verboten. Das ist keine Auslegungssache und auch kein Hausrecht eines Betreibers, sondern steht so in der Verordnung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden.
Wir erklären unten, wo genau das geregelt ist und was ein Verstoß kostet. Danach zeigen wir dir fünf Seen in der Umgebung, auf denen du dein Board tatsächlich aufs Wasser legen darfst: Thumsee, Waginger See, Tachinger See, Chiemsee und den Zeller See im Salzburger Land.
Zum Einordnen: Die Rechtslage haben wir im August 2026 an der amtlichen Fassung der Verordnung geprüft. Zuletzt geändert wurde sie im Juni 2024, am Befahrensverbot hat sich dabei nichts geändert.
Über den Königssee
Am Ufer eines Gebirgssees zwischen Felswänden und herrlicher Bergnatur auf smaragdgrünes Wasser zu blicken, ist die Königsklasse der entspannten Auszeit.
Und da wir schon bei der Königsklasse sind, machen wir in diesem Artikel direkt einen kleinen Ausflug zum Königssee. Denn der hat genau das zu bieten.
Er ist die bekannteste Sehenswürdigkeit im Berchtesgadener Land und liegt vollständig im Nationalpark Berchtesgaden, dem einzigen Nationalpark der deutschen Alpen.
Und das nicht ohne Grund, denn die Gemeinde Schönau beherbergt mit dem Königssee einen der saubersten Seen Deutschlands, mit einem unglaublich schönen Farbspiel aus glitzerndem Wasser unter sommerlichem Sonnenschein und blau-weißer Gebirgsatmosphäre. Wer hier ankommt, reist garantiert erholt und beseelt wieder ab.
Das Gestein ringsum ist rund 200 Millionen Jahre alt, der See selbst dagegen jung: Er entstand am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren, als der Gletscher abschmolz und das ausgeschürfte Becken zurückließ.
Rund 20 Kilometer Uferlinie und knapp 8 Kilometer Länge machen ihn heute zu einem der meistbesuchten Ziele der bayerischen Alpen.
Und wer noch keine Gelegenheit hatte, den Königssee zu besuchen, hat bestimmt schon einmal eine Postkarte mit dem markanten Motiv der Rot/Weißen Wallfahrtskirche St. Bartholomä vor der Watzmann-Ostwand, der höchsten Wand der Alpen, von begeisterten Urlaubern aus dem Briefkasten gefischt.
Kann man auf dem Königsee Stand Up Paddeln?
Nein. Stand Up Paddling auf dem Königssee ist verboten, und zwar ausdrücklich.
Maßgeblich ist § 9 Abs. 4 Nr. 1 der Verordnung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden. Dort ist es untersagt, „die Gewässer mit Booten, Fahrzeugen und Schwimmkörpern aller Art zu befahren“. Ein SUP Board ist ein Schwimmkörper, damit fällt es genauso unter das Verbot wie Schlauchboot, Kanu, Packraft oder Luftmatratze.
Das ist keine Formalie: Nach § 16 der Verordnung kann ein Verstoß als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Erlaubt sind nur die in § 11 der Verordnung ausdrücklich genannten Ausnahmen, und die betreffen alle den Betrieb durch den Freistaat: die Elektroboote der Staatlichen Verwaltung Schiffahrt Königssee (derzeit 19 Boote), einzelne Dienst- und Versorgungsfahrten sowie bis zu 50 Ruderboote, die dieselbe Verwaltung vermietet. Ein eigenes Wasserfahrzeug mitzubringen ist davon nicht gedeckt, egal wie klein oder leise es ist.
Schwimmen ist übrigens erlaubt. Wer ins Wasser will, darf das also, nur eben ohne Board darunter. Wie du dich sonst im Nationalpark verhalten solltest, fasst die Verwaltung in ihren Verhaltensregeln zusammen.
Eine Reise ist der Königssee trotzdem wert. Für diese Kulisse und für den Erhalt eines der saubersten Seen Deutschlands lässt man das Board gerne im Kofferraum.
Und wer schon einmal da ist, findet in kurzer Fahrtdistanz mehrere Seen, auf denen Paddeln ausdrücklich erwünscht ist.
SUP Alternativen zum Königssee
#1 Thumsee
In nur rund 35 Minuten Autofahrt ist man vom Königssee am rund 16 Hektar großen Thumsee in Bad Reichenhall.
Der Thumsee ist ein Badesee mit Liegewiese, das Paddeln ist erlaubt, und wer kein eigenes SUP Board und Zubehör dabeihat, leiht sich vor Ort etwas aus. Die aktuellen Hinweise der Stadt Bad Reichenhall zu Zufahrt und Parken stehen auf der Seite der Kur-GmbH.
#2 Waginger See
Eine gemütlicher ungefähr 40-minütige Weiterreise vom Thumsee Richtung Norden ermöglicht das Paddeln auf dem Waginger See.
Vom Königssee ist er insgesamt rund eine Stunde Autofahrt entfernt und liegt im östlichen Landkreis Traunstein.
Der rund 6,6 km² große See gilt als der wärmste Badesee Oberbayerns und ist damit einer der angenehmsten in der Region für lange Touren. Die amtliche Badegewässerqualität kannst du vor der Anreise im Badegewässerverzeichnis des Bayerischen Landesamts für Gesundheit nachsehen, das gilt auch für alle anderen bayerischen Seen in dieser Liste.
#3 Tachinger See
Der an den Waginger See angrenzende Tachinger See ist ebenfalls für das SUP freigegeben.
Er misst rund 3,7 Kilometer in der Länge und knapp 900 Meter in der Breite, was für eine gemütliche Halbtagestour im bayerischen Voralpenland gut reicht.
#4 Chiemsee
Auch der schöne Chiemsee ist nicht wirklich weit vom Königssee entfernt.
Nur rund eine Stunde Autofahrt nördlich liegt der mit knapp 80 km² größte See Bayerns. Wichtig zu wissen: Auf dem Chiemsee gilt eine eigene Schifffahrtsordnung, und Teile des Südufers samt der Mündungsgebiete sind Naturschutzgebiet und dürfen nicht befahren werden. Ein Blick auf die Karte des Bayerischen Landesamts für Umwelt lohnt sich vor der Tour.
Unsere Empfehlungen für Touren und Station findest du hier.
#5 Zeller See (Österreich)
Wen es Richtung Süden verschlägt, der findet am Zeller See im Salzburger Land einen idyllischen Naturbadesee, eingebettet in traumhafter Bergkulisse.
Ein SUP Ausflug lohnt sich hier besonders früh am Morgen, bevor der Motorbootverkehr einsetzt. Für Österreich gelten eigene Regeln, einen Überblick über die Befahrungsbestimmungen der Salzburger Seen gibt das Land Salzburg.
Häufige Fragen zum SUP am Königssee
Gilt das Verbot auch für den Obersee?
Ja. Der Obersee liegt ebenfalls im Nationalpark und wird von derselben Verordnung erfasst. Auch dort darfst du kein Board aufs Wasser bringen.
Was ist mit dem Hintersee bei Ramsau?
Der Hintersee liegt außerhalb des Nationalparkgebiets, das Befahren mit Booten ist dort aber ebenfalls stark eingeschränkt. Erkundige dich vor Ort bei der Gemeinde Ramsau, bevor du dein Board auspackst.
Darf ich mein Board wenigstens am Ufer aufpumpen?
Das Verbot betrifft das Befahren des Gewässers. Am Ufer aufpumpen ist damit nicht untersagt, bringt dich aber auch nicht weiter, weil du nirgendwo einsetzen darfst. Pack das Board lieber gleich für einen der Seen weiter unten ein.








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