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Blog Florance von den Rügen Piraten

Interview mit Florance von den Rügen Piraten

Im ehemaligen Fischerdorf Dranske auf der Ostsee-Insel Rügen hat die Wassersportschule Rügen Piraten für Kiter, Windsurfer und Stand Up Paddler direkt am Wieker Bodden ihr Revier.

Die Schule besticht jedoch nicht nur durch eine optimale Lage sondern vielmehr durch sympathisches Personal, professionelle Schulungen, Camps und soziales Engagement.

Ich habe mit Florance, VDWS-zertifizierte SUP- und Windsurf-Instruktorin bei den Rügen Piraten vor Ort gesprochen und erfahren, warum ein SUP-Basiskurs wichtig ist, welche Rolle Flo allgemein in der Sportart SUP sieht und warum der Bodden optimale Bedingungen vor allem für Anfänger bietet.

Hi Florance, bitte stell dich doch mal meinen Lesern kurz vor.

Hallo, ich bin Florance „Flo“ Boinay komme aus Bern, VDWS-zertifizierte SUP- und Windsurf-Instruktorin und bin verantwortlich für den Sektor Stand Up Paddeln bei den Rügen Piraten.

Wie bist du zu den Rügen Piraten gekommen?

Ich bin mit meinem Mann dem Jens, Mitinhaber der Schule, hier nach Rügen gekommen und habe 2013 angefangen, den SUP-Bereich der Schule, der bis dahin mit ein paar wenigen Leihboards eher eine Nebenrolle spielte, übernommen.

Durch entsprechende Akquise und neue Kursstrukturen konnte ich den Sektor „Stand Up Paddeln“ recht schnell pushen und die Nachfrage war sehr schnell enorm. Da wir eine VDWS-zertifizierte Wassersportschule sind, war es von Anfang an wichtig, die Kursvorgaben des VDWS entsprechend umzusetzen, die gerade im SUP-Segment etwas speziell und schwieriger umzusetzen sind.

Inwiefern waren die Vorgaben des VDWS eine Herausforderung?

Die Kursvorgaben mussten sich erst etablieren. Noch vor zwei bis drei Jahren haben die Leute nicht verstanden, warum man einen Kurs belegen soll, wenn man doch einfach nur ein SUP-Board ausleihen möchte.

Die Erklärung ist relativ einfach: SUP ist nicht gefährlich, es ist das Element Wasser, das in Kombination mit der Witterung gefährlich werden kann. Hinzu kommt oft die Unkenntnis über das Revier.

Es ist also wichtig, im Einsteigerkurs neben dem Basiswissen auch Sicherheit zu vermitteln, um eben nicht gedankenlos aufs Wasser zu gehen und dann vielleicht abzutreiben. Das kann sehr schnell – vor allem auf der Ostsee, aber auch auf dem Bodden – gefährlich werden.

Der Wind kommt euch ja für das Kiten und Surfen zugute. Beim SUP kann dieser – wie du schon erwähnt hast – gefährlich werden.

Tatsächlich kann dies schnell zum Problem werden, weil die Leute den Wind unglaublich unterschätzen. Es braucht nur eine kleine Brise. Wenn man stehend auf dem Wasser gegen den Wind anpaddelt, wird das schnell anstrengend.

Es ist also wichtig, sich vorab über das Wetter zu informieren. Nicht nur über den Ist-Zustand, sondern auch über die Voraussagen, denn das Wetter kann sich hier innerhalb von nur zehn Minuten komplett verändern. Vor allem an der Steilküste der Ostsee ist es sehr tückisch.

Nahezu bei Windstille startet man mit dem SUP und sobald man die Abdeckung der Steilküste verlässt, kann man schnell abtreiben und kommt nicht mehr zurück. Deshalb verleihen wir unser Material aus Sicherheitsgründen nur am Bodden.

Der Bodden ist für dich das optimale Wassersport-Revier, gerade für SUP-Anfänger. Warum?

Sollte man hier auf dem Bodden tatsächlich einmal abtreiben, landet man schlimmstenfalls am gegenüberliegenden Ufer von Wiek, an dem man schnell abgeholt werden kann. Die Ostsee ist mit ihren Strömungen hingegen viel tückischer und wer abtreibt, ist ganz schnell weg und kann nur schwer geborgen werden.

Zudem haben wir es hier mit einem Stehrevier zu tun, das ganz viele Vorteile bietet. Die Schulungen sind wesentlich effektiver, weil man die Schüler sehr schnell zusammentrommeln kann ohne lange auf der Stelle paddeln zu müssen. Zum anderen können Anfänger, die mit der Steuerung noch nicht ganz so vertraut sind, einfach jederzeit absteigen und zu mir laufen.

Wer anfangs noch Gleichgewichtsprobleme hat und oft ins Wasser fällt, muss nicht ständig schwimmen und schwimmender Weise aufs Board aufsteigen, was schnell sehr ermüdend sein kann. Und sollte sich die Witterung ändern, ist in Ufernähe trotzdem das SUPen möglich, da man jederzeit absteigen und an Land gehen kann.

Du bietest auch SUP-Touren auf dem Bodden an. Wie genau sieht so eine Tour aus?

Nach einer kurzen Einführung paddeln wir Richtung Bug, einem ehemaligen Militärstützpunkt auf einer schmalen Landspitze, der heute vor allem vom Wasser aus recht interessant ist. Zum einem liegen hier neun alte Schiffswracks, die man von der Wasseroberfläche gut sehen kann. Von einem Boot steht der Bug sogar relativ weit raus. Man sagt diese Boote seien damals in dem ehemaligen Fischerhafen zum Küstenschutz versenkt worden.

Irgendwo auf dem Bug verläuft die Grenze zum vorpommerischen Nationalpark, der nur über das Wasser erreichbar ist. Dort gibt es auch einen Seeadlerhorst sowie ein Vielfalt von Vögeln und Fischen zu bestaunen. Der Bug ist übrigens nur über das Wasser zu erreichen. Von hier aus geht es dann auch wieder zurück.

Bis zur Einmündung zur Ostsee paddel ich mit einer Gruppe nicht, da es zum einem recht weit und zum anderen die Strömung dort wirklich gefährlich ist. Und warum sollten wir den schönen Bodden – der meiner Meinung nach vor allem visuell mit den Waldgebieten, Stränden und Schilflandschaften so viel mehr zu bieten hat – verlassen?

Ihr habt sehr viele SUP-Boards hier direkt am Wasser gelagert. Warum so viele und warum ausschließlich Hardboards?

Wir haben tatsächlich zirka 30 Boards im Verleih. Das liegt daran, dass unsere Zielkundschaft vor allem Gruppen, Vereine und Schulklassen sind. Da braucht man natürlich viele Boards.

Wir haben nur Hardboards, da diese zum einen schneller einsatzbereit, nachhaltiger und besser zu lagern sind. Gerade für Schulklassen ist es wichtig, dass die Boards stabil sind und nicht so schnell kaputt gehen.

Ist hier am Bodden die Nachfrage zum Stand Up Paddeln so groß?

Die Nachfrage nach SUP war von Beginn an enorm. Ich würde sogar sagen, dass sie sich jährlich mindestens verdoppelt hat. Das war zumindest bis zur Saison 2018 so. In 2019 hatten wir dann schlagartig einen Rückgang.

Doch bei Kindern und Jugendlichen ist das Stand Up Paddeln nach wie vor sehr beliebt.

Woran liegt das deiner Meinung nach? Was kann SUP mehr als die anderen Wassersportarten?

Das Stand Up Paddeln in der Gruppe grenzt niemanden aus. Das ist für mich ein ganz entscheidender Faktor, der mich wirklich jedes Mal wieder mit großer Freude erfüllt.

Egal ob du dünn, dick, klein, groß, sportlich oder unsportlich bist: Du wirst auf dem SUP immer ein Erfolgserlebnis haben. Das ist bei keiner anderen Wassersportart so möglich!

Ich hatte schon Flüchtlinge auf dem Wasser mit der Schwimmweste (natürlich im Stehbereich), die noch nicht einmal schwimmen konnten und sich mit der Integration in die Schulklasse sehr schwer taten. Es erfordert Mut, doch mit Geduld und gutem Zureden und im Stehbereich klappt es. Das war für alle ein Wahnsinns-Erlebnis.

Ihr engagiert euch ja auch zusammen mit dem VDWS seit geraumer Zeit für soziale Projekte. Was steckt dahinter?

Wir wollen vor allem Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen, Kindern mit Behinderung oder sogar auch mit Drogenproblemen dabei unterstützen, mit unseren Camps auf das Wasser zu kommen und somit auch eine Perspektive für die weitere Zukunft zu geben.

Wir bieten als Wassersportschule generell nur das nötige Set-up wie Material, Infrastruktur und natürlich den SUP- oder Surflehrer. Die jeweiligen Verantwortlichen der Einrichtungen sind natürlich immer mit dabei – anders würde das ja auch gar nicht klappen.

Wir haben damit tolle Erfolge – manche sogar auch nachhaltig, was dann besonders schön ist!

Danke für das Interview.


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