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Blog Basti SUP Fehmarn Interview: „Erfahrungen für SUP Anfänger“

Auf die Frage, welches Board zu 80 Kilogramm passt, antwortet Bastian Wiepcke mit sieben Gegenfragen. Genau das ist der Punkt: Das Gewicht allein sagt fast nichts.

Bastian ist Mitinhaber des Surfshops Fehmarn, der seit den Achtzigern Windsurfer, später Kiter und seit den Zehnerjahren auch Paddler ausrüstet. Im Interview geht es um Boardwahl, Wave SUP und darum, wo aufblasbare Boards an ihre Grenze kommen.

Zum Einordnen: Das Gespräch stammt aus dem November 2018, die genannten Boardmodelle sind der damalige Stand. Was seither dazugekommen ist, steht am Ende.

Hi Basti. Bitte stelle dich doch zunächst kurz vor.

Moin! Ich bin Bastian Wiepcke, Mitinhaber vom Surfshop Fehmarn, Kitecoach und SUP Fehmarn.

Wie bist du denn zum SUPen gekommen?

Kaum zu glauben, aber schon nach einem der ersten SURF Festivals auf Fehmarn, das muss etwa 2003/4 gewesen sein, hatten wir im Shop den ersten Starboard Blend mit 11’2×32“ im Wood.

Damals vielfach belächelt, aber wer das Ganze mal bewusst ausprobiert hat, war gleich begeistert. Mir hatte es gleich riesigen Spaß gemacht, seitdem bin ich quasi on Board.

Gerade in der Saison 2018 haben wir ein großes Wachstum von Stand Up Paddling gesehen. Was meinst du denn über die Zukunft von SUP? Wird der Sport noch größer werden?

Ich denke nicht, dass in den nächsten Jahren die gleichen Zuwächse zu erwarten sind, das sieht man bei Inline Skates und Longboards, das waren auch mega Hypes, aber das flacht wieder ab.

In Summe bleibt wichtig, dass Leute Spaß haben, das Wasser und die Natur besser kennen und schätzen lernen, während sie diesen wunderbaren Sport ausüben.

Was ist deine Sicht auf die neuen „Subtrends“ wie SUP Yoga, Wave SUP oder Wildwasser SUP? Werden die noch beliebter? Wenn ja, bei welchen siehst du die besten Aussichten?

Für Destinationen in Großstädten oder Urlaubsregionen, denke ich, wird das Yoga Thema noch größer. Wave SUP wird sich verbreiten, aber mangels guter Spots in Deutschland oder dessen Erreichbarkeit auch nicht wesentlich wachsen.

Ich merke aber schon, dass Interessierte sich immer häufiger auch auf harte Boards stellen und ihre „Luftmatratze“ im Keller lassen.

Paddler auf dem Wasser vor Fehmarn bei auflandigem Wind

Welche Unterdisziplinen (Yoga, Fitness, Wave, Wellenreiten etc.) von SUP hast du eigentlich schon probiert?

Yoga ist nicht so meine Welt, aber meine Frau findet das klasse.

Für mich sind mittlerweile die Dänemark Urlaube ohne Wave SUP nicht mehr denkbar. Man hat damit so coole Tage, die will ich nicht mehr missen.

Sagen wir mal, ich wäre Anfänger und 80 Kilogramm schwer. Welches SUP Board würdest du mir denn empfehlen?

So einfach ist das nicht! Wo willst du fahren, Welle, Kabbel, nur bei Schönwetter im Urlaub, hast du ein großes Auto, Lust auf Performance, bist du der Genießer oder Ausdauer-Typ, soll deine Freundin mit auf das Board?

Kannst du ein festes Board zu Hause lagern?

Ich denke, da brauchen wir Zeit und mehr Informationen, wenn du nur „paddeln“ willst, brauchst du keine Beratung, dann hilft dir auch ein Discounter, allerdings ohne Spaßgarantie.

Wie sind deine Erfahrungen speziell mit Wave SUP Boards? Können die aufblasbaren Boards mit Hardboards mithalten und hast du Favoriten?

Für die ersten Schritte kann man damit echt etwas anfangen, wenn es aber in den grünen Teil einer Welle geht und man richtig umkanten möchte, um einen Turn zu fahren, geht nichts an einem harten Board vorbei.

Hier entscheiden die Bedingungen und der Erfahrungsstand extrem über die „beste“ Wahl des Boards. Für den Anfang machen breitere Boards durchaus Sinn, sofern sie ein schmaleres Heck haben und genügend Rocker, um agil zu bleiben.

Da ist das Quatro, JP Surf Wide und Starboard Wide Point sicher eine gute Wahl.

Ihr bietet ja SUP Kurse an und habt auch einen eigenen Wassersport Onlineshop. Kannst du euer Angebot mal kurz zusammenfassen?

Wir haben über 35 Jahre Erfahrung in diesem Business, sind beim SUP und Kiten von Anfang an dabei und mit dem Windsurfen groß geworden. Jeder unserer Jungs stirbt für eine gute Session auf dem Wasser, welche Sportart auch immer.

Dieses Feuer gibt uns die Möglichkeit, jeden fair und den Ansprüchen entsprechend zu beraten, ohne ihm etwas aufzuschwatzen.

Online versuchen wir unsere Einschätzungen zu einzelnen Produkten weiterzugeben. Besser ist es aber, wenn wir einfach miteinander reden.

Wir sind ehrlich und kompetent und sowohl telefonisch als auch über Mail zu erreichen.

So werden wir mit Sicherheit das richtige Equipment für dich finden und wer sich nicht entscheiden kann, kommt vorbei und probiert bei einer Tour oder im Alleingang das Material aus und überzeugt sich selbst.

Eine Lösung finden wir immer.

Danke für das Interview!

Was aus SUP Fehmarn geworden ist

Den Shop und die Schule gibt es weiterhin. SUP Fehmarn betreibt inzwischen drei feste Stationen auf der Insel, dazu Kurse, geführte Touren, eine Technik-Clinic für Fortgeschrittene und den VDWS-SUP-Grundschein, mit dem man seine Kenntnisse auch anderswo nachweisen kann. Wingsurfen ist als eigener Bereich dazugekommen, den es zum Zeitpunkt des Gesprächs noch gar nicht gab. Aktuelles steht auf sup-fehmarn.de, das Sortiment im Shop unter surfshopfehmarn.de.

Bastis Einschätzung zum Wachstum hat sich übrigens bestätigt, allerdings mit einer Verzögerung: Die Corona-Sommer haben den Verkaufszahlen noch einmal einen kräftigen Schub gegeben, seither ist der Markt spürbar ruhiger geworden.

Was aus seiner Antwort für deinen Kauf folgt

Erst der Ort, dann das Board. Flacher Baggersee, Kabbelwasser an der Küste und Fluss stellen unterschiedliche Anforderungen. Wer das nicht klärt, kauft nach Optik. Unsere Kaufberatung geht die Fragen der Reihe nach durch.

Transport und Lagerung entscheiden oft mehr als die Fahreigenschaften. Ein Hardboard läuft besser, will aber einen Dachträger und einen trockenen Platz. Ohne beides bleibt es stehen, und dann fährt das schlechtere Board öfter.

In der Welle bleibt das harte Board vorn. Sobald man umkanten und Turns fahren will, endet das, was ein aufblasbares Board leisten kann. Für die ersten Versuche in kleinen Wellen reicht es trotzdem. Mehr dazu im Beitrag über SUP Surfen.

Probefahren schlägt jede Tabelle. Viele Stationen rechnen die Leihgebühr beim Kauf an. Ein Nachmittag auf zwei verschiedenen Boards beantwortet mehr Fragen als drei Abende Datenblätter.


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