Bluefin SUP Tragegurt Test
Der Weg vom Parkplatz zum Wasser ist die unbeliebteste Etappe jeder Tour. Ein aufgepumptes Board wiegt zwischen 9 und 14 kg, hat einen einzigen Griff in der Mitte und wird nach zweihundert Metern unter dem Arm zur Qual.
Der Bluefin Tragegurt löst das mit einer sehr einfachen Idee: Zwei Schlaufen legen sich um die Nase und das Heck des Boards, dazwischen liegt ein gepolsterter Riemen auf der Schulter.
19,99 Euro kostet das Teil, es besteht aus 600D Polyestergurtband und faltet sich auf 25 x 20 cm zusammen.
In diesem Testbericht erfährst du, was der Gurt an Gewicht abnimmt, wo seine Grenzen liegen und wann stattdessen ein Trolley die bessere Antwort ist.
Die Besonderheiten des Bluefin Tragegurts
Der Gurt ist kein Rucksack und keine Tasche, sondern ein reines Trageband. Er besteht aus einem durchgehenden Gurtband mit zwei verstellbaren Schlaufen und einem gepolsterten Mittelstück.
Die beiden Schlaufen werden um das Board gelegt, nicht daran befestigt. Es gibt nichts zu verschrauben und nichts einzufädeln, und genau deshalb passt der Gurt auf jedes Board, unabhängig von Marke und Bauform.
Die Schulterpolsterung ist 10 mm dick. Das klingt nach wenig und ist der entscheidende Unterschied zum blanken Gurtband, das sich bei 12 kg Boardgewicht nach hundert Metern in die Schulter schneidet.
Angegeben ist der Gurt für bis zu 70 kg Tragkraft und für Boards bis 15 Fuß 7 Zoll, also rund 4,75 m. Beide Werte liegen weit über dem, was ein einzelner Mensch tragen will, und decken damit auch Tandemboards und Kajaks ab.
Zusammengefaltet misst der Gurt 25 x 20 cm. Er passt in die Seitentasche einer Boardtasche, und Bluefin gibt auf sein Zubehör ein Jahr Garantie.
Daten & Fakten
- Verwendung: Schultertragegurt für SUP Boards und Kajaks
- Material: 600D Polyestergurtband
- Polsterung: 10 mm am Schulterstück
- Tragkraft: bis 70 kg
- Passend für: Boards bis 15 Fuß 7 Zoll, rund 4,75 m
- Packmaß: 25 x 20 cm zusammengefaltet
- Verstellung: stufenlos über Schnallen an beiden Schlaufen
- Garantie: ein Jahr
- Preis: 19,99 Euro
Features
- zwei verstellbare Schlaufen für Nase und Heck
- gepolstertes Schulterstück statt blankem Band
- keine Montage, kein Werkzeug, keine Halterung am Board
- passt auf aufblasbare Boards, Hardboards und Kajaks
- faltet sich klein genug für die Boardtasche
- nimmt dem Arm das komplette Boardgewicht ab
- in unter einer Minute angelegt
- passt auf praktisch jedes Board
- klein und leicht genug, um immer dabei zu sein
- günstiger als jede andere Transportlösung
- bei Wind wirkt das Board wie ein Segel, daran ändert der Gurt nichts
- das Board pendelt, bis die Schlaufen richtig sitzen
- über lange Strecken ist ein Trolley bequemer
- nur ein Jahr Garantie
- im nassen Zustand rutschen die Schlaufen leichter
Die Nutzung des Bluefin Tragegurts in 3 einfachen Schritten erklärt (Gebrauchsanweisung)
Der ganze Vorgang dauert weniger als eine Minute, wenn die Reihenfolge stimmt.
- Die beiden Schlaufen so weit öffnen, dass sie locker über Nase und Heck des Boards passen. Das Board liegt dabei flach auf dem Boden, Deck nach oben.
- Die Schlaufen an beiden Enden festziehen, bis sie am Board klemmen. Wichtig ist der gleiche Abstand zur Mitte, sonst hängt das Board später schief und rutscht immer wieder in eine Richtung.
- Den Gurt über die Schulter legen, das Polster mittig auf dem Schlüsselbein ausrichten und das Board mit der freien Hand am Rand führen. Die Kante zeigt nach vorne, nicht die Fläche, sonst greift jeder Windstoß an.
Der Praxis-Test: Der Bluefin Tragegurt auf dem Prüfstand
Getragen haben wir mit dem Gurt ein aufgepumptes Allroundboard von rund 11 kg über eine Strecke von etwa vierhundert Metern, teils über Wiese, teils über Kies.
Der Unterschied zum Tragen am Mittelgriff ist deutlich. Das Gewicht sitzt auf der Schulter statt am ausgestreckten Arm, und die zweite Hand bleibt frei für Paddel und Rucksack.
Die Polsterung reicht für diese Distanz aus. Bei deutlich längeren Wegen spürt man das Band trotzdem, weil die Auflagefläche schmal bleibt und sich das Gewicht auf wenige Zentimeter Schulter verteilt.
Der wunde Punkt ist die Einstellung. Sitzen die Schlaufen nicht symmetrisch, kippt das Board langsam zu einer Seite und muss nachgeführt werden. Nach der zweiten Korrektur hat man die richtige Position gefunden und stellt danach nichts mehr um.
Wind bleibt Wind. Ein Board an der Schulter ist eine Fläche von zwei Quadratmetern, und bei Böen von der Seite hilft nur, die Kante in den Wind zu drehen und langsamer zu gehen.
Einsatzgebiete
Der Standardfall ist der kurze bis mittlere Weg vom Auto zum Wasser mit aufgepumptem Board, also alles zwischen fünfzig und fünfhundert Metern. Dafür ist der Gurt gebaut, und dafür reicht er.
Genauso funktioniert er am Kajak und am Tandemboard, weil die angegebenen 70 kg Tragkraft weit über dem liegen, was tatsächlich an der Schulter hängt. Zwei Personen können ein schweres Tandem auch mit zwei Gurten aufteilen.
Wird der Weg länger oder das Board schwerer, ist der Bluefin SUP und Kajak Trolley die passendere Wahl. Er nimmt das Gewicht komplett von der Schulter, braucht dafür aber festen Untergrund und mehr Platz im Kofferraum.
Wer das Board ohnehin zusammengerollt trägt, ist mit einem Rucksack wie dem Cruise Core Rucksack besser bedient. Der Tragegurt ist die Lösung für das bereits aufgepumpte Board, nicht für den Weg von zu Hause zum See.
Welches Board am anderen Ende des Gurts hängt, spielt keine Rolle. Die komplette Übersicht der Marke findest du unter Bluefin, weiteres Zubehör dieser Art in unserer Übersicht SUP Zubehör.
Verarbeitung
600D Polyester ist der Standard für Gurtbänder, die etwas aushalten sollen. Es ist dasselbe Material, aus dem Rucksackböden und Werkzeugtaschen bestehen, und es nimmt kaum Wasser auf.
Die Nähte an den Umlenkpunkten sind der Teil, der zuerst nachgibt, wenn ein Gurt versagt. Hier sind sie mehrfach vernäht und im Kreuz gesetzt, also so, wie es sein soll.
Die Schnallen sind aus Kunststoff. Sie halten die angegebene Last problemlos, sollten aber nicht mit Sand zwischen den Zähnen zugezogen werden, weil das die Klemmfläche auf Dauer glättet.
Nach der Tour gilt für den Gurt dasselbe wie für die Leash: mit Süßwasser abspülen und trocken einpacken, sonst riecht der Beutel beim nächsten Mal.
Anschaffungskosten
19,99 Euro sind für ein gepolstertes Gurtband kein Schnäppchenpreis, aber ein normaler. Vergleichbare Gurte anderer Marken liegen zwischen 12 und 30 Euro, und der Unterschied steckt fast immer in der Polsterung und in den Schnallen.
Wer nur zwanzig Meter vom Auto zum Steg geht, braucht den Gurt nicht. Ab etwa hundert Metern und bei jedem Board über 10 kg macht er den Unterschied zwischen einem lästigen und einem beiläufigen Weg.
FAQ
In diesem Teil des Tests beantworte ich noch einige häufig gestellte Fragen zum Bluefin Tragegurt und allgemein zum Thema.
Wenn bei dir darüber hinaus noch weitere individuelle Unklarheiten bestehen, kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir versuchen immer, dir möglichst schnell weiterzuhelfen!
Fazit
Der Bluefin Tragegurt ist ein simples Stück Ausrüstung, das ein sehr konkretes Ärgernis beseitigt: das Board unter dem Arm über den Parkplatz zu schleppen.
Für 19,99 Euro bekommst du ein ordentlich vernähtes 600D-Gurtband mit einer Polsterung, die für Wege bis etwa fünfhundert Meter ausreicht, und ein Packmaß, das dafür sorgt, dass der Gurt tatsächlich dabei ist.
Wer regelmäßig weiter geht, sollte stattdessen zum Trolley greifen. Für alle anderen ist das die günstigste sinnvolle Anschaffung nach Leash und Paddel.






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