Du möchtest gerne Stand Up Paddling lernen oder deine Technik als fortgeschrittener Paddler noch weiter verbessern?
Da wir bereits seit vielen Jahren begeisterte Stand Up Paddler sind und zahlreiche SUP Boards auf Herz und Nieren geprüft haben, verfügen wir über viel Erfahrung in diesem Bereich.
Diese möchten wir gerne mit dir teilen, daher findest du hier einige Tipps und Anleitungen für die richtige Technik auf dem SUP Board.
SUP Technik für Anfänger
Die meisten starten erst einmal ohne Kurs, wenn sie Stand Up Paddling ausprobieren.
Schließlich sieht es recht einfach aus und immer mehr Menschen sind auf Flüssen und Seen beim Paddeln zu beobachten. Die richtige Technik kennen allerdings nur die wenigsten Anfänger und beim Ausleihen an einer SUP Station ist oft keine Einweisung dabei.
Um Muskeln und Gelenke beim Paddeln nicht falsch zu belasten, ist es zu empfehlen, die korrekte Technik einmal von Grund auf zu erlernen.
Außerdem kommen die ersten Erfolgserlebnisse dann viel schneller. Auch wenn du keinen Kurs gebucht hast, solltest du dich vor dem Start im Wasser über die wichtigsten SUP Grundlagen informieren.
Die besten Tipps zum SUP Start kannst du auch in unseren Anfängertipps nachlesen.
Auf den Knien anfangen
Das Wichtigste beim Paddling ist der korrekte Stand auf dem Board. Um nicht immer wieder ins Wasser zu fallen, gilt es, das Gleichgewicht stabil zu halten.
Um das zu trainieren, kannst du zunächst auf den Knien beginnen. Dadurch hältst du das Gleichgewicht leichter und kannst schon mal das Paddeln auf dem Wasser üben. Die Knie platzierst du dabei am besten links und rechts vom Tragegriff. Im nächsten Schritt gehst du dann dazu über, im Stehen zu paddeln.
Der richtige Stand auf dem SUP Board
Auf einen möglichst stabilen Stand kommt es an, wenn du auf dem Board dein Gleichgewicht halten willst.
So geht es:
- Nimm aus dem Knien heraus ein paar Paddelschläge Fahrt auf. Ein Board, das sich bewegt, liegt spürbar ruhiger als eines, das steht.
- Begib dich in den Vierfüßler-Stand, die Hände links und rechts vom Tragegriff.
- Setze einen Fuß dorthin, wo eben das Knie war, dann den zweiten. Die Füße stehen hüftbreit auf Höhe des Tragegriffs.
- Richte dich langsam aus der Hüfte auf, ohne das Gewicht nach hinten zu verlagern. Dein Schwerpunkt bleibt über der Boardmitte, die Knie bleiben leicht gebeugt.
- Nimm das Paddel gleich mit hoch, damit du dich nicht noch einmal bücken musst.
- Sobald du ausbalanciert stehst, beginnst du zu paddeln. Der erste Paddelschlag stabilisiert dich zusätzlich.
Das Paddel richtig halten
Bevor es losgeht, ist der richtige Griff des Paddels wichtig.
Die abgeknickte Seite muss nach vorne zeigen. Die Länge stellst du auf deine Körpergröße ein. Für Touren und Allroundfahrten sind etwa 20 bis 25 cm über der eigenen Körpergröße ein guter Ausgangspunkt, in Wellen fährt man das Paddel kürzer, etwa 10 bis 15 cm über Körpergröße. Zur Probe streckst du einen Arm nach oben: Der Griff sollte ungefähr im Handballen liegen.
Nimm den Griff fest in die Hand und bewege den Oberkörper leicht nach vorne, der Druckarm ist dabei oben und der Zugarm unten.
Die richtige Haltung hast du erreicht, wenn dein Handballen beim Paddeln bei gestrecktem Arm locker auf dem Griff liegt. Der linke Arm ist dabei oben, wenn du auf der rechten Seite paddelst und umgekehrt.
Seitenwechsel beim Paddeln
Um effizient und geradeaus voranzukommen, ist ein regelmäßiger Seitenwechsel nötig.
Nach drei bis vier Paddelschlägen wechseln deine Hände die Position, sodass du abwechselnd rechts und links das Paddel durch das Wasser bewegst.
Jeder einzelne Paddelzug besteht dabei aus drei Teilen. Zuerst kommt das Eintauchen des Paddels, dann der kräftige Paddelzug und anschließend das Herausheben aus dem Wasser.
Die wichtigsten Paddelschläge
Es gibt verschiedene Paddelschläge, die wir dir hier kurz erläutern möchten.
- Grundschlag: Der wichtigste Paddelschlag ist der Grundschlag. Bei diesem holst du mit dem Paddel möglichst weit vorne aus und führst es ins Wasser. Etwa bei den Füßen sollte dein Paddel wieder aus dem Wasser auftauchen, der nächste Grundschlag weit vorne folgt. Setze etwa mittig den höchsten Kraftaufwand ein, um möglichst viel Wasser zu verdrängen und gut voranzukommen.
- Ziehschlag: Mit diesem Schlag nutzt du dein Paddelblatt, um dein Board seitlich zu bewegen, zum Beispiel zum Anlegen an einem Steg.
- Crossbow: Bei diesem Schlag führst du das Paddel über die Boardspitze über Kreuz hinweg ins Wasser. Hilfreich ist diese Technik vor allem bei hohen Wellen und starkem Wind, um schnelle Richtungswechsel und Drehungen durchführen zu können.
- Paddelstütz: Um nicht vom Board zu stürzen, kannst du mit dem Paddel den sogenannten Paddelstütz durchführen. Dabei schlägst du bei einem drohenden Sturz kräftig auf die Wasseroberfläche, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen und den Sturz zu verhindern.
Noch mehr Informationen über die verschiedenen Paddelschläge und deren korrekte Ausübung findest du hier.
SUP Technik geradeaus paddeln
Auch richtig geradeaus zu paddeln, will gelernt sein. Wichtig dafür ist vor allem der regelmäßige Wechsel der Paddelseite. Dein Zug sollte dabei sehr nah am Boardrand erfolgen, um geradeaus zu fahren.
Nur wenn auf beiden Seiten mit gleicher Häufigkeit und Kraftaufwand aus dem ganzen Körper heraus gepaddelt wird, vermeidest du Schlangenlinien und fährst geradeaus.
Wichtig ist dabei auch die korrekte Paddelhaltung. Eine Hand sollte sich fest am Paddelgriff und die andere Hand am Schaft befinden, der Seitenwechsel sollte dabei sehr gleichmäßig erfolgen.
Extratipp: Schaue beim Paddeln immer geradeaus, statt nach unten oder auf die Boardspitze. So bleibst du besser auf einer Linie.
Alles zur korrekten Fahrtechnik kannst du auch hier nochmal detaillierter nachlesen.
Aus tiefem Wasser auf das SUP Board steigen
In flachem Wasser ist es noch relativ einfach, aufs Board zu kommen. In tiefem Wasser wird es schon deutlich schwieriger.
Am besten stützt du dich dazu mittig auf und ziehst dich bis zur Hüfte hoch. Dann kannst du die Beine nachziehen und auf das Board steigen.
Wichtig ist dabei die Richtung: Zieh dich mittig übers Deck, nicht über den gegenüberliegenden Rand, sonst kippt das Board.
Das Aufsteigen erfordert Übung, und der Ernstfall ist der falsche Zeitpunkt zum Lernen. Übe es mehrmals in warmem, flachem Wasser, bevor du eine größere Tour planst. Wie der Ablauf Schritt für Schritt aussieht und warum die erste Minute im kalten Wasser die kritische ist, steht in unserem Ratgeber zum Aufsteigen im tiefen Wasser.
SUP Technik für Fortgeschrittene
Du hast schon etwas mehr Erfahrung auf dem Board, möchtest aber deine Technik dennoch gerne weiter verbessern?
Auch als Fortgeschrittener kannst du sicher noch einiges dazulernen.
Verbessere deine SUP Haltung
Eine falsche Körperhaltung ist der häufigste Grund, warum auch fortgeschrittene Stand Up Paddler manchmal nicht so richtig vorankommen oder sogar Probleme mit Rücken oder Gelenken bekommen.
Die korrekte Technik kann aber nur durchgeführt werden, wenn deine gesamte Körperhaltung auf dem Board stimmt.
Achte beim Paddeln darauf, dass du immer leicht in die Knie gehst, dein Gesäß wird dabei etwas nach hinten gedrückt. So paddelst du rückenschonend und kraftvoll.
Setze zum Paddeln die Kraft deines ganzen Körpers ein, um eine zu hohe Belastung der Arme und Verletzungen zu vermeiden.
Wichtig ist außerdem, dass du die Hüfte beim Paddeln nicht zur Seite abknickst, um deine Muskeln und Gelenke nicht falsch zu belasten.
Ziehe dein Paddel dabei möglichst senkrecht durch das Wasser, um schnell und effektiv voranzukommen.
Technik bei Wind
Wind verändert die Technik mehr als jede andere Bedingung. Er greift an dir an, nicht am Board, deshalb hilft alles, was deine Fläche verkleinert: tiefer in die Knie gehen, den Oberkörper etwas nach vorne nehmen, das Paddel flach führen und zwischen den Schlägen nicht senkrecht in die Luft halten.
Kommt der Wind von der Seite, dreht dir das Board weg. Dagegen hilft, ein paar Schläge länger auf der Luvseite zu paddeln, statt starr nach drei Schlägen zu wechseln. Bei böigem Wind ist Knien keine Niederlage, sondern die richtige Technik: Du verlierst kaum Tempo und gewinnst deutlich an Stabilität.
Wichtiger als jede Technik bleibt die Planung. Paddel die erste Hälfte der Tour gegen den Wind, damit du ihn zurück im Rücken hast, wenn die Kraft nachlässt. Bei ablandigem Wind, der vom Ufer aufs offene Wasser drückt, gilt das doppelt.
SUP Crossstep Technik
Die Crossstep Technik dient dazu, möglichst schnell eine Drehung auf dem Board umzusetzen.
Diese ist zum Beispiel nötig, wenn du bei einem harten Wendemanöver um Bojen fahren möchtest, zum Beispiel bei einem SUP Rennen. Auch bei Wellen ist die Technik geeignet.
So funktioniert es:
- Um die Richtung zu ändern und dein Board um die Boje zu lenken, bewegst du dein linkes Bein schnell nach hinten und stehst mit schulterbreit geöffneten Beinen fest auf dem Board. Verlagere dabei möglichst viel Körpergewicht aufs Heck.
- Hebe nun deinen rechten, vorderen Fuß an und setze ihn über den linken Fuß hinweg nach hinten.
- Der linke Fuß wird dann ebenfalls etwas nach hinten gesetzt, sodass du das Board in einer schnellen Drehbewegung um die Boje bewegst.
- Während des gesamten Vorgangs paddelst du vor der Brust in einer Halbkreisbewegung, bis das Wendemanöver abgeschlossen ist.
- Lehne dich nicht nach hinten, sondern bleibe stabil über dem Brett. Durchgehend gebeugte Knie sind bei der Durchführung ebenfalls hilfreich. Der Blick geht dabei immer in Fahrtrichtung.
SUP Kickturn Technik
Auch der Kickturn ist dazu geeignet, um auf dem SUP Board ein schnelles Wendemanöver hinzulegen. Damit kannst du in flachem Wasser, aber auch bei Wellengang Drehungen durchführen.
- Der linke Fuß wird dazu aus der Parallelstellung hinten aufs Heck gestellt.
- Halte deinen Schwerpunkt dabei aber über beiden Füßen.
- Schlage nun mit dem Paddel kräftig zur Außenseite der Kurve.
- Anders als beim Crossstep bleibst du in der Parallelstellung und drehst das Board um das eingetauchte Heck, statt über die Boardmitte zu steigen.
- Nach dem Wendemanöver gehen beide Füße wieder in die Grundstellung zurück.
FAQ
Ein Technik-Kurs ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber vor allem für Anfänger sehr hilfreich. Auch wenn du dir sicher viel aus Anleitungsvideos im Netz abschauen kannst, ist ein echter Kurs mit einem SUP Lehrer oft besser geeignet. Der Trainer kann dir wertvolle Tipps geben und auch Fortgeschrittene können hier ihre Technik oftmals noch weiter verbessern.
Um geradeaus zu fahren, solltest du dein Paddel möglichst eng am Board entlangführen, den Blick geradeaus halten und gleichmäßig rechts und links paddeln.
Das funktioniert zum Beispiel mit dem SUP Kickturn oder der Crossstep Technik. Vor allem, wenn du häufiger Rennen fährst, sind beide Techniken wichtig.
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