Naturbummler SUP Sitz Extra Comfort Test
Bei einem SUP Sitz entscheidet die Höhe der Rückenlehne darüber, ob nach einer Stunde der untere Rücken oder die Schultern müde werden. Die meisten günstigen Sitze hören auf Höhe der Lendenwirbel auf, und genau da fängt bei langen Touren das Problem an.
Der Naturbummler Extra Comfort geht einen anderen Weg. Seine Lehne misst 51 x 44 cm und reicht damit deutlich weiter nach oben als bei den üblichen Modellen.
Naturbummler ist eine kleine Marke aus Mannheim, die Outdoor-Zubehör entwickelt und über Amazon vertreibt. Der Sitz ist ihr Beitrag zum Thema Boardumbau und liegt preislich zwischen den ganz billigen Modellen und den Sitzen der Boardhersteller.
In diesem Beitrag liest du, was die hohe Lehne in der Praxis bringt, welche Maße du für dein Board brauchst und worauf du bei der Befestigung achten musst.
Die Besonderheiten des Naturbummler Extra Comfort
Der auffälligste Punkt ist die Lehne. Mit 51 cm Höhe stützt sie bis über die Schulterblätter, während die verbreiteten Kajaksitze auf dem SUP meist bei 35 bis 40 cm aufhören.
Die Sitzfläche misst 30 x 36 cm und ist damit eher breit als lang. Auf dem Board ist das die sinnvolle Aufteilung, denn Beinfreiheit gibt es dort ohnehin unbegrenzt, seitlichen Halt dagegen nicht.
Der Aufbau ist ein Sandwich aus 600D Polyester, Schaumstoff und einem Neoprenbezug an den Kontaktflächen. Neopren ist hier kein Marketingwort, sondern der Grund, warum man auf dem nassen Deck nicht rutscht.
Befestigt wird über vier Karabinerhaken an längenverstellbaren Gurten. Vorne und hinten wird jeweils gespannt, wodurch sich der Neigungswinkel der Lehne einstellen lässt.
Der Sitz ist faltbar. Die Lehne klappt auf die Sitzfläche, und das Paket passt neben Pumpe und Paddel in den Boardrucksack.
Daten & Fakten
- Bauart: gepolsterter Kajaksitz mit extra hoher Rückenlehne
- Sitzfläche: 30 x 36 cm
- Rückenlehne: 51 x 44 cm
- Material: 600D Polyester, Schaumstoff, Neoprenbezug
- Befestigung: vier Karabinerhaken an verstellbaren Gurten
- Fixierung: vorn und hinten am Board
- Transport: faltbar
- Farbe: schwarz
- Preis: 34,00 Euro
Features
- extra hohe Rückenlehne mit 51 cm, stützt bis über die Schulterblätter
- dicke Polsterung aus Schaumstoff mit Neoprenbezug
- vier Karabinerhaken und längenverstellbare Gurte
- vorn und hinten fixierbar, Neigung einstellbar
- Sitzfläche 30 x 36 cm, breit geschnitten
- faltbar für den Transport im Boardrucksack
- die hohe Lehne macht den Unterschied auf Touren über zwei Stunden
- Neoprenbezug rutscht auf dem nassen Deck nicht weg
- kräftiges 600D Polyester statt dünnem Futterstoff
- vier Fixpunkte, dadurch sitzt die Lehne stabiler als bei Zweipunktbefestigung
- faltbar und mit rund 1,2 kg noch leicht genug für den Rucksack
- braucht vier D-Ringe in passendem Abstand auf dem Board
- die hohe Lehne stört, wenn du zwischendurch aufstehen willst
- deutlich teurer als die einfachen Kajaksitze
- Karabiner ohne Verschlusssicherung
- keine Tasche, kein Flaschenhalter
Was in der Praxis zählt
Die hohe Lehne ist Gewinn und Einschränkung zugleich. Sie nimmt auf langen Strecken spürbar Last vom unteren Rücken, sie steht aber auch im Weg, sobald du aus dem Sitz aufstehen und weiter stehend paddeln willst.
Wer den Wechsel zwischen Stehen und Sitzen sucht, ist deshalb mit einer niedrigen Lehne besser bedient. Wer sich einmal hinsetzt und dann die Tour über sitzt, greift zu diesem Modell.
Die Gurtspannung entscheidet wie bei jedem SUP Sitz über den Rückhalt. Die hinteren Gurte müssen straff sein, sonst kippt die Lehne weg und die 51 cm Höhe bringen nichts.
Die Position auf dem Board bleibt dieselbe wie bei jedem anderen Sitz: mittig auf den Standbereich, beim Fahren mit Kajakpaddel eine Handbreit weiter hinten. Zu weit vorne taucht die Nase ein.
Einsatzgebiete
Der Hauptfall ist die Tagestour. Wer sechs Stunden unterwegs ist und die Hälfte davon sitzt, merkt den Unterschied zwischen einer Lehne bis zum Lendenwirbel und einer bis zum Schulterblatt sehr deutlich.
Der zweite Fall ist das Angeln. Im Sitzen liegt der Schwerpunkt tiefer, das Board schwankt weniger, und mit einer hohen Lehne im Rücken lässt sich stundenlang warten.
Für kurze Feierabendrunden ist der Sitz überdimensioniert. Dort reicht ein einfacher Kajaksitz oder gar keiner.
Die Alternativen mit niedrigerer Lehne und die Modelle der Boardhersteller stehen in der Übersicht unter SUP Sitz.
Verarbeitung und Pflege
600D Polyester ist ein kräftiges Gewebe, das man sonst von Rucksäcken kennt. Es nimmt kaum Wasser auf und hält den Abrieb auf einem EVA-Deck über Jahre aus.
Die Gurtdurchführungen sind der Punkt, auf den es ankommt, weil dort die gesamte Zugkraft ankommt. Sie sind mehrfach vernäht und mit Riegeln gesichert.
Nach dem Einsatz wird abgespült und im Schatten getrocknet. Neopren mag keine direkte Sonne, und ein feucht eingepackter Sitz riecht nach der zweiten Woche im Rucksack unangenehm.
Anschaffungskosten
34,00 Euro liegen in der Mitte. Einfache Kajaksitze fangen bei rund 24 Euro an, die Sitze der Boardhersteller kosten 50 bis 90 Euro.
Bezahlt wird hier die Lehnenhöhe und der Neoprenbezug, nicht ein Markenname. Für lange Touren ist das ein sinnvoller Aufpreis gegenüber den einfachen Modellen.
Wer sein Board nur zwei- oder dreimal im Jahr mit Sitz fährt, kommt mit dem günstigeren Einstiegsmodell genauso weit.
FAQ
Hier beantworte ich noch die Fragen, die zu diesem Modell am häufigsten aufkommen.
Wenn bei dir darüber hinaus etwas offen bleibt, schreib uns gerne einen Kommentar. Wir versuchen immer, dir schnell weiterzuhelfen!
Fazit
Der Naturbummler Extra Comfort ist der Sitz für lange Tage auf dem Wasser. Die hohe Lehne ist sein eigentliches Argument und in dieser Preisklasse selten.
Wer zwischen Stehen und Sitzen wechselt, ist mit einer niedrigeren Lehne besser bedient, weil die 51 cm beim Aufstehen im Weg sind.
Für Touring und Angeln ist der Aufpreis gegenüber den einfachen Kajaksitzen gut angelegt. Material und Verarbeitung passen zum Preis.

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